ADHS Reittherapie

Ziele der Reittherapie sind u.a.

  • Schulung der Wahrnehmung
  • Eigene Körperbeherrschung und Körpergefühl / Fein- und Grobmotorik
  • Einüben und Verbessern der Konzentration
  • Einüben und Training vom richtigen Reagieren zum richtigen Zeitpunkt
  • Helfen verstehen und Hilfe annehmen
  • Aufbau von Vertrauen
  • Aufbau von positiv erlebten Beziehungen
  • Übernahme von Verantwortung
  • Bei traurigen oder depressiven Kindern: Wieder in das Leben zurückfinden
  • Raus aus dem Alltag und sich selbst positiv erleben / Selbstwertgefühl


Reittherapie macht bei ADHS also auf jeden Fall Sinn, und ist sehr empfehlenswert.


Welche Unterlagen brauche ich für eine Reittherapie

Um eine Reittherapie zu beantragen werden vor allem drei Dinge benötigt:

  • Eine ärztliche Verordnung (Hausarzt, Kinderarzt, …)
  • Eine Stellungnahme dahingehend, dass es therapeutisch und / oder pädagogisch sinnvoll ist, eine Reittherapie durchzuführen. Hier müssen im Besonderen auch die konkreten Ziele der ADHS Reittherapie festgelegt werden.


Wer bezahlt die Reittherapie bei ADHS?

In besonderen Fällen kann die Reittherapie von der Krankenkasse, der Pflegekasse, dem Sozialamt oder dem Jugendamt übernommen werden. Der Kostenträger richtet sich immer nach den jeweiligen Umständen im Einzelfall.


Wann übernimmt die Krankenkasse die Reittherapiekosten

Wenn ein Attest des Hausarztes, Kinderarztes, etc. vorliegt, kann man die Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragen. Die Krankenkasse entscheidet dann im Einzelfall, ob die Kosten ganz, teilweise oder gar nicht übernommen werden.



Reittherapie über das Jugendamt finanzieren

Ist ein ärztliches Gutachten vorhanden, welches Förderbedarf feststellt, kann das Jugendamt die Kosten für die Reittherapie übernehmen. Dies läuft dann über die Schiene „Hilfe zur Erziehung“ nach dem KJHG / SGB 8.



Reittherapie durch das Sozialamt bezahlen

Besteht ein Anspruch auf Wiedereingliederungshilfe, dann kann im Einzelfall das Sozialamt die Kosten übernehmen.



Pflegekasse über §45b SGB XI abrechen

In bestimmten Fällen ist es möglich, die Reittherapiekosten nach §45b SGB XI abzurechnen. Hier ist jedoch ein Gutachten erforderlich, welches den Bedarf nachweist. Weitere §§ gelten hier entsprechend. (man muss sich etwas einlesen)



Wichtig zu wissen:

Das therapeutische Reiten ist eine freiwillige Leistung der jeweils zuständigen Kostenträger. Einen Rechtsanspruch oder ähnliches gibt es bislang nicht. Alternativ muss es privat bezahlt werden.


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator

Kommentare 3

  • Ich habe davon nicht nur gehört, sondern auch schon gefragt. Schon letztes Jahr. Aber ich kriege es nicht für meinen Sohn. Mein Freund hat schon vor ein paar Wochen gemeint, das wir das privat zahlen. Ihm wäre es wert. Aber erst im Frühling wenn es wärmer ist. ;-)

  • Das wäre mal eine schöne Idee für uns. Ich muss mich mal mehr damit befassen. Danke.

    • Ja toller Hinweis!!