Studie: Hohes Risiko beim Zusammenhang zwischen ADHS Jugendlichen und Frühschwangerschaft

Die Studie, welche im "Journal of Attention Disorders" publiziert wurde, hat offenbar festgestellt, das ADHS-Jugendliche ein deutlich höheres Risiko haben, durch ihre Freizügigkeit (ungewollt) Schwanger zu werden. Für die Studie wurden Jugendliche im Zeitraum von 2001 bis 2009 beobachtet, bzw. begleitet.


Im Ergebnis konnte man die Teenager in drei Gruppen aufteilen:

  • Jugendliche ohne ADHS haben ein geringes Risiko einer Schwangerschaft im Teenageralter
  • Jugendliche, welche von ADHS betroffen sind, aber behandelt werden, haben ein höheres Risiko bzgl. einer "Frühschwangerschaft"
  • Jugendliche mit ADHS, welche nicht behandelt werden, tragen ein sehr hohes Risiko frühzeitig Schwanger zu werden

Daraus ergeht das kurze Fazit, das Eltern von ADHS-Kindern / ADHS-Jugendlichen frühzeitig das Thema Sexualität und Verhütung auf die Tagesordnung setzen müssen. Ein Gespräch allein wird dabei kaum ausreichen, weil gerade bei ADHS die ständige Wiederholung eine wichtige Rolle spielt.


Klar ist natürlich auch, dass das Thema Verhütung beide Geschlechter angeht. Die Verantwortung liegt weder bei "der Jugendlichen", noch bei "dem Jugendlichen" allein.


Kleiner Ausflug zur Gesetzeslage:

  • In Deutschland endet das Schutzalter mit dem 14. Geburtstag. Mit anderen Worten: Jugendliche dürfen unter bestimmten Umständen ab 14 Geschlechtsverkehr haben. Das gegenseitige Einvernehmen vorausgesetzt, ist es nicht strafbar, wenn Jugendliche zwischen 14 und 18 miteinander schlafen.
  • Schlafen jedoch zwei 13-Jährige im gegenseitigen Einvernehmen miteinander, dann liegt noch keine Straftat vor, weil beide noch nicht strafmündig sind


In beiden Fällen könnte durch Unachtsamkeit eine - ungewollte - Schwangerschaft entstehen.


Fazit

Das Thema Schwangerschaft und Verhütung spielt also gerade bei Jugendlichen mit ADHS eine große Rolle. Manchmal ist der Kauf von Kondomen für seine Söhne nicht die schlechteste Idee ;-)


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator

Kommentare 10

  • Ich weiß nicht, ob ich für meinen Sohn Kondome kaufen könnte. Ich finde das etwas zu Intim. Ihn aufzuklären ist doch auch irgendwie Sache der Schule, oder etwa nicht?

    • Vielen Dank für den Beitrag!


      Ich wurde zu Hause nicht aufgeklärt. In der Schule war Sexualkunde immer ein Thema, das mit viel Albernheit einiger Jungs einherging, es war ein ziemlicher Aufruhr immer. Ich habe durch den Unterricht eigentlich nicht alles mitbekommen. Und in einer chaotischen Situation, die der Lehrkraft praktisch entglitten ist, ist es unmöglich, das sachliche Wissen um das zu ergänzen, um das es ja auch bei "Intimität" geht.


      Da spielen doch ganz andere Sachen mit rein. Also ich betone immer sehr den Aspekt, dass man sich gut kennen muss, sich lieb haben muss. So ganz ins Detail bin ich noch nicht vorgedrungen, weil mein Sohn eigentlich völlig uniteresiert an Mädchen ist. Das werde ich vielleicht jetzt mal bald angehen, denn wenn es stimmt, was die Studie sagt, dann ist es besser, der Realität zuvor zu kommen. Ich möchte auch den Blick meiner Kinder auf Sexualität lieber selber prägen, sodass das was auch immer in der Schule im Unterricht und außenherum vermittelt wird, vor dem Hintergrund der von mir aufgebauten Sichtweise verstanden werden kann.


      Es ist ja so eine meilenweite Lücke zwischen den verrückten Bildern und Filmchen rund um "Sex", die viel zu früh und viel zu freizügig und oft sehr "krank" auf die Kinder einströmen und dem, was einfacher einfühlsamer liebevoller Kuschelsex auch sein kann.

    • Würdest Du deinem Sohn Kondome kaufen? Und wie würdest Du so ein Gespräch anfangen? Du müsstest (oder eigentlich ich bei meinem Sohn) ihm zeigen wie man die anwendet. Erzählen alleine reicht da glaub ich nicht.


      Da kommt ja noch was auf mich zu. *seufz*

    • Wo ist das Problem? Ist es Dir peinlich darüber zu sprechen? Warum? Ich meine, Du kaufst ihm ja auch immer noch Windeln. Ist Dir das nicht auch peinlich?


      Ich finde es nicht schlimm, wenn man im geeigneten Alter sich dem Thema Aufklärung widmet. Eine Vorbereitung in kleinen Schritten, so wie @Raupi das vorgeschlagen hat, finde ich absolut in Ordnung. Und gehört doch auch zu unseren Pflichten. So als Eltern meine ich.

    • Ich frage mich jetzt, wie da die Entwicklungsverzögerung von teilweise 3-5 Jahren bei ADHS zu verrechnen ist... mein Sohn, zusätzlich ASS, ist definitiv weit zurück in ganz vielen Dingen... zu früh darf man mit diesen Themen auch nicht kommen, das ist dann eher abschreckend. Ich glaube, diese Tatsache berücksichtigend würde ich mur jetzt doch noch Zeit lassen.


      Ob man Kondome kaufen sollte... hm... ist schon irgendwie komisch... das käme ja gradezu einer Aufforderung gleich... da würde dann doch noch mal ziemlich abwarten, bis man irgendwie das Gefühl hat, dass es da ein Thema gibt... und dann eher nochmal konkreter das Thema erneut ansprechen und vielleicht eher fragen, ob er sich vorstellen könnte, dass er eines Tages vielleicht welche brauchen könnte. Dann könnte man ja anbieten, welche zu besorgen...

    • @Flocki, das Erklären der Benutzung könnte der Papa übernehmen, vielleicht findet sich ja auch was Vernünftiges in Youtube... (hihi😀 aberich glaube, da kommt man zu schnell auf Abwege...) aber an sich sind doch in den Packungen auch Anleitungen drin, die halbwegs selbsterklärend sind... die könnte man ja auch zusammen anschauen... vielleicht gibt es ja auch auf der Homepage der Hersteller inzwischen schon Videos... es gibt ja auch viele Nutzer, die vielleicht gar nicht so gut lesen können... hier wo wir wohnen habe ich zumindest den Eindruck, es könnte so sein... die müssen ja auch damit klar kommen 😀