ADHS - Die Diagnose

Werbung

Konkret beinhaltet das Diagnoseverfahren unter anderem folgende Untersuchungen:


  • Ausführliche Anamnese (z.B. Entwicklungsschritte des Kindes; häusliche Situation, Ernährung, Allergien, Lebensgewohnheiten)
  • Fragebögen für Eltern, Lehrer, Erzieher (ggf. Verwandtschaft) für den erwachsenen Selbstbetroffenen
  • Zahlreiche Blut-, Urin- und Stuhlproben werden auf unterschiedlichste Ausschlussdiagnose untersucht. Vor allem geht es auch um die organische Gesundheit.
  • Einsicht in Schulzeugnisse / Zeugnisse
  • EEG; (um z.B. mögliche Hirnstromstörungen auszuschließen)
  • EKG; (z.B. Durchblutungsstörungen durch irregulären Blutkreislauf auszuschließen)
  • Computertomographie; (Das Gehirn wird hier z.B. auf Tumore untersucht)
  • und so weiter


Die Gesamtzeit der Diagnosestellung kann durchaus mehrere Wochen betragen und weitere Untersuchungen beinhalten, welche hier ggf. nicht aufgeführt sind.


ADHS ist also letztendlich eine Ausschlußdiagnose. D.h. alle anderen Ursachen für das Verhalten konnten ausgeschlossen werden. Und weil das so ist, steht die Diagnose oft in der Kritik. Leider ist es nicht möglich, einfach etwas Blut abzunehmen, um dann mit definitiver Sicherheit zu sagen, ob ADHS vorliegt oder nicht.


Was in den reißerischen Artikeln in der Presse jedoch nicht steht, ist die medizinische Kompetenz der Ärzte, die ADHS diagnostizieren können. Und weil es nicht viele Ärzte gibt, die ADHS sicher diagnostizieren können, sind die Warteschlangen bei den Diagnostikern sehr lang. Wartezeiten von einigen Monaten sind keine Seltenheit.


Am Ende des Diagnosemarathons haben die Eltern des Kindes, oder die Erwachsenen welche sich Hilfe suchen, einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich, bis sie endlich das Ergebnis gesagt bekommen. Vom Ersttermin, über Fachärzte, ggf. Klinikbesuche für Diagnosezwecke vergeht nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Stress, Angst und in der Regel nur wenig Zuversicht.


Um so erlösender ist am Ende eine Diagnose, die bestätigt, das man etwas anderes als ADHS finden konnte. Für alle anderen heißt die Diagnose: ADHS. Und für diese geht der eigentliche Weg erst nach der Diagnose los ...


Buchtipp:

    Werbung