Urteil: ADHS berechtigt Erwachsene nicht zum Prüfungsrücktritt

Das Oberverwaltungsgericht urteilte jedoch ganz anders. Das Gericht stellte fest, das es sich bei ADHS um eine chronische Erkrankung handelt - also ein "Dauerleiden". Zu diesem Schluss kamen die Richter nach einem medizinischen Gutachten. Dies stellt die Grundlage für die Urteilsfindung dar.


So argumentierten die Richter, es handle sich bei ADHS um eine dauerhafte Krankheit, welche auf unbestimmte Zeit bestehe Und es gäbe keine Aussicht auf Heilungschancen. Um jedoch von einer Prüfung zurücktreten zu können, darf eine Krankheit nur vorübergehend bestehen, und den Prüfling nur zeitweise physisch und / oder psychisch beeinträchtigen. Dies ist bei ADHS nicht der Fall.


Eine psychotherapeutische Behandlung, als auch eine Behandlung durch Medikamente, sei lediglich als Ziel ausgegeben, mit der Krankheit umzugehen, um die Lebensqualität zu verbessern. Ein "prüfungsrechtlicher Normalzustand" sei damit grundsätzlich nicht zu erreichen.


Quelle: Oberverwaltungsgericht Münster / AZ: 14 A 2071/16


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