Wirbel um das neue GSAV

Zunächst mal ein paar Fakten: Das Gesetz findet seinen Ursprung darin, das der Staat mehr Kontrolle über die Pharmahersteller bekommt. Wenn man das mal stark vereinfacht so sagen darf. Ursache für die neuen staatlichen Befugnisse sind Arzneimittelverunreinigungen, sowie die tatsächliche Marktverfügbarkeit von Arzneimitteln.


In den letzten Monaten kam es auffallend häufig vor, das Wirkstoffe nicht verfügbar waren, weil in Indien eine Produktionsstätte abgebrannt war. Oder aber Medikamente wurden in Asien hergestellt, waren aber nachweislich verunreinigt. Um genau diesem Treiben ein Ende zu bereiten, brauchte die Justiz ein Gesetz, um handlungsfähig zu werden.


Im Rahmen dieses Gesetzes, wurden auch andere Regelungen mit aufgenommen. Teilweise gehören einige davon zu EU-Regelungen, welche in ein nationales Recht umgesetzt werden müssen. Der Gesetzgeber hat also mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen.


Im Rahmen dieser Umsetzungen ist es so, das folglich auch das BtmG geändert wurde. Aber dies geschah nur in sehr kleinem Rahmen. Konkret geht es darum, das psychoaktive Stoffe leichter, und damit schneller, in die Anlagen des BtmG aufgenommen werden können. Mit anderen Worten: Neue Drogen werden leichter in die Liste aufgenommen, um sie schneller verbieten zu können. Es geht also um das Verhindern von Substanzmissbrauch.


Um das Gesetzespaket zu komplettieren, wurde auch das "Grundstoffüberwachungsgesetz" geändert. Hier geht es um das bereits angesprochene EU-Recht, welches in nationales Recht umgewandelt wurde. Es geht, stark vereinfach, um die Überwachung von Substanzmissbrauch.


So viel zu den Fakten. Jetzt kommen die Geschichten dazu.


Findige Gegner von Methyphenidat zimmern daraus aktuell die Geschichte, dass der Wirkstoff Methylphenidat demnächst verboten würde, weil dieser als Grundstoff für den Beigebrauch von anderen Drogen verwendet würde. Für die meisten klingt das auch schlüssig. Aber sachlich gesehen ist das schlicht falsch.


Derzeit sind keinerlei Pläne bekannt, nach denen Methylphenidat verboten werden soll. Bitte solchen Unsinn nicht glauben, und bitte auch nicht weiter verbreiten. Dazu bitte auch folgendes lesen: ADHS - Warum ist Methylphenidat nur auf BtmG-Rezept zu bekommen?


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator