Fachinformation und Beipackzettel zum Thema Schwangerschaft und Stillzeit

Bislang ist die Sachlage jene, das es nur unzureichende Informationen zum Thema Methylphenidat bzgl. Schwangerschaft gibt. Siehe dazu auch hier: " ADHS - Methylphenidat (z.B. Medikinet) während der Schwangerschaft ". Mit der Zeit unmittelbar nach der Geburt, hat sich bislang noch keiner beschäftigt.


Im Beipackzettel von Medikinet Adult ist zu lesen, das man seinen behandelnden Arzt darauf ansprechen soll, wenn man Methylphenidat nimmt, und Geschlechtsverkehr haben will, bzw. hat. Auch soll man seinen Arzt ansprechen, wenn man glaubt Schwanger zu sein oder tatsächlich Schwanger ist. Ebenfalls den Arzt ansprechen soll man, wenn man ein Kind stillt, oder daran denkt, das Baby stillen zu wollen. In jedem Fall soll der Arzt über die medikamentöse Behandlung entscheiden.


Im Beipackzettel ist auch ausdrücklich zu lesen, das es nicht bekannt sei, in wie weit Methylphenidat dem ungeborenen Kind schaden könnte, oder ob es überhaupt irgendeine Beeinträchtigung gibt. Natürlich wissen wir auch, warum es dazu keine wissenschaftlichen Daten gibt. Der Ethikrat würde niemals experimentelle Studien an ungeborenen Kindern zulassen - und das ist auch richtig so.


In der Fachinformation (Stand 2018) steht jedoch etwas Interessantes. Hier ist zu lesen:

Zitat

Methylphenidat wird nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft empfohlen, es sei denn, es ist klinisch entschieden, dass eine Verschiebung der Behandlung ein größeres Risiko für die Schwangerschaft bedeutet.


Es geht also grundsätzlich um eine Risikoabwägung, bzw. um eine Risikobewertung. Und wir sprechen hier schlussendlich davon, das Methylphenidat unter gewissen Umständen auch dann gegeben wird, wenn eine Schwangerschaft vorliegt. Das letzte Wort und die Verantwortung hat im Zweifel also der Arzt.


Embryotox hingegen weiß anderes zu berichten. In den ersten 12 Monaten sind keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Jedoch konnte bei missbräuchlichem Einsatz von Methylphenidat ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt beobachtet werden. Wie der medikamentöse Missbrauch genau aussieht, ist der Website nicht zu entnehmen. Allerdings gibt es in dieser Richtung offenbar 39 dokumentierte Fälle. Außerdem besteht das Risiko einer Wachstumsretardierung (das Kind wächst langsamer).


Darüber hinaus empfiehlt Embryotox den Einsatz von Methylphenidat kritisch zu sehen. Den ganzen Inhalt kann man hier auf Embryotox nachlesen.


Das Thema Stillzeit bei Säuglingen ist bislang nicht so gut untersucht worden, als das man dazu wirklich eine sichere Aussage zu treffen kann. Embryotox empfiehlt lediglich, das Kind regelmäßig auf eine Gewichtszunahme hin zu untersuchen.


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator

Kommentare 2

  • Das Beste für die Schwangerschaft und Stillzeit ist, wenn man auf Medikamente aller Art ganz verzichtet. Denn dann kann man nichts falsch machen. Und niemand kann einem Vorwürfe machen.

  • Gut zu wissen, das sich auch mal jemand um so etwas Gedanken macht.