ADHS und Killerspiele

In Deutschland spielen Hunderttausende ... Millionen ... Jugendliche ohne ADHS und junge Erwachsene ohne ADHS – und Erwachsene ohne ADHS - , sogenannte Killerspiele und Ego-Shooter. Es handelt sich also um keine Besonderheit, die man mit ADHS in Verbindung bringen könnte.

Warum spielen ADHS-Jugendliche Killerspiele?

Die Frage stellen sich viele. Die Antwort ist simpel: Sie machen Spaß. Unabhängig von ADHS. Es ist Spiel. Nichts weiter.


Warum werden ADHS, Killerspiele und Amokläufe in einen Topf geworfen?

Ganz einfach: Die Gründe sind schnell gefunden. Es lässt sich durch Verbote eine neue Sicherheit suggerieren. Und die betroffenen ADHS-Patienten sind eine willkommene Opfergruppe, die oft Psychopharmaka zur ADHS-Behandlung einsetzt – und die ADHS-Patienten können sich nicht wehren.

Die Rolle von Eltern und Pädagogen

Eltern und Pädagogen verurteilen diese Spiele, weil sie das "Töten" grundsätzlich nicht befürworten. Dabei vergessen Sie, dass es sich um ein Spiel handelt. Eltern vergessen, dass sie im Kindes - und Jugendalter selbst „Räuber und Gendarm“ gespielt haben. Eltern vergessen, dass solche Spiele in der Öffentlichkeit praktisch nicht mehr möglich sind ... und die heutigen Eltern vergessen auch, dass auch ihre Eltern dieses Spiel früher abgelehnt haben.


Nach einer Theorie von Thom Hartmann sind die Menschen aufgeteilt in "Jäger" (=ADHS-Patienten) und "Farmer" (=gesunde Menschen). Die Vorstellung vom Jäger und Farmer in unserer Gesellschaft ist ein schöner Vergleich zwischen ADHS-Menschen und gesunden Menschen.


Aber man bedenke: Ein Jäger geht auch auf die Jagd – virtuell. ADHS und Killerspiele sind kein Auslöser für einen Amoklauf oder starke Aggressionen.


Gerade Jugendliche mit ADHS spielen seltener solche Spiele, als gesunde Gleichaltrige. Denn die Eltern haben hier ein genaues Auge auf ihre ADHS-Kinder. Im Rahmen von therapeutischen Maßnahmen ist gewöhnlich auch eine Regelung für „Computerzeit“ enthalten. Festgelegte Spielzeiten verhindern einen übermäßigen Konsum von Killerspielen.


Killerspiele fördern soziale Kompetenz

Killerspiele und Egoshooter bieten übrigens die Möglichkeit, soziale Fähigkeiten zu lernen und zu vertiefen. Auf Netzwerkpartys treffen sich die Zocker, in denen man sich austauscht, spielt und zusammengehört. Außerdem gibt es hier sogar großartige Wettbewerbe und Meisterschaften.


Egoshooter können eine Möglichkeit sein, neue Freunde zu finden, und einen sozialen Anschluss zu bekommen.


Das solche Spiele zu Einsamkeit und Frust oder Aggression führen, ist etwas, das die Presse in der Öffentlichkeit gern breittritt. Die meisten Journalisten und die Polizei wissen überhaupt nicht, was Killerspiele sind, und was da passiert. Gerade in Pressekonferenzen tritt die geballte Unwissenheit zutage. Man bedient lieber Klischees, anstatt sich mit der Materie zu beschäftigen. Leider.


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Fragen, Anregungen, etc. nehme ich gern entgegen.

ADHS-Zentrum Admin

Kommentare 1

  • Ich gebe zu, auf diesem Gebiet noch nicht viel gelesen zu haben...


    ... jetzt stelle ich mich mal dumm und frage, ob die oben zitierten positiven Effekte nicht auch auf andere Weise erzielt werden können?


    Killerspiele oder brutale Filme... für mich als Laien erscheint es naheliegend, dass solche Filme und Spiele visuelle Vorlagen für mögliches Handeln geben...


    ... wenn der Protagonist im Film/Spiel aus Ärger jemand anderen vermöbelt oder aus Wut gegen einen Fahrkartenautomaten tritt... OK, wenn ich mich morgen ärgere, dann weiß ich, was ich tun könnte...


    Womit wird denn bewiesen, dass es nicht so ist?


    ...wäre dankbar für einen brauchbaren Hinweis oder Link, denn da kann man ja lange googeln, bei dem aufgeheizten Klima und den vielen Äußerungen und Sichtweisen...