ADHS - Biofeedback

Was ist Biofeedback?


Biofeedback ist ein Oberbegriff für eine Reihe von etablierten verhaltensmedizinischen Behandlungsmethoden. Bei der Wahl des Biofeedbackverfahrens kommt es auf die biologische Konstante an, auf die eingegangen wird.</p> <p>Die Einsatzmöglichkeit ist sehr groß. Nahezu alles was sich an veränderlichen Körperparametern messen lässt, ist damit behandelbar.



Was bedeutet das für den Patienten?


Durch dieses Behandlungsverfahren wird die psychophysiologische Selbstregulation verbessert - ganz ohne Nebenwirkungen. Biofeedback (Neurofeedback) ist nichts anderes als eine computergestützte Verhaltenstherapie. Angewendet wird es u.a. bei: Muskeltonus, Epilepsie, Tinitus, Angststörungen, Psychosomatosen, .... Es stellt damit einen Schnittpunkt zwischen Medizin und Psychologie dar.



Was passiert beim Biofeedback?


Der Patient wird an ein EEG angeschlossen. Durch dieses werden die Hirnströme gemessen und beobachtet. (Das Frequenzspektrum wird elektronisch ausgewertet)


Bei Biofeedback werden Körperfunktionen, welche gewöhnlich automatisch ablaufen (also unbewusst) mit geeigneten Geräten gemessen und rückgemeldet (Feedback).


Die Rückmeldung erfolgt via audio (Geräusch, Ton) und visuellem (sichtbar z.B. an einem Bildschirm) Feedback. Die einzelne Funktion wird über die Wahrnehmungsfähigkeit bewusst gemacht und willentlich unter Kontrolle gebracht. Dadurch lässt sich beispielsweise Konzentration trainieren. Diese Veränderung lässt sich messen. Wäre dem nicht so, könnte kein Feedback erzeugt werden.


Bisher konnte bei empirischen Untersuchungen keine therapeutische Wirkung nachgewiesen werden, welche eine direkte Folge der Behandlung durch das Biofeedbackverfahren (Neurofeedback) verursacht gewesen wäre.



Stellt Biofeedback eine Behandlungsoption bei ADHS dar?


Durch Biofeedback lassen sich bestimmte Bereiche wie die Impulskontrolle, Wahrnehmungsfunktionen positiv beeinflussen. Viele ADHS-Betroffene zeigen Auffälligkeiten im EEG. Demnach wurde es immer wahrscheinlicher, das ADHS auf eine neurobiologische Ursache zurückzuführen ist, welche aber durch den Abbau der neurologischen Defizite positiv beeinflussbar ist. (nach Joel F. Lubar 1975)


Einige Forscher wie (u.a. Barkley) stellen die Frage, ob die positiven Effekte Auswirkungen des Neurofeedbacks sind. Sie vermuten eher, das Placeboeffekte oder unspezifische Wirkfaktoren eine wichtige Rolle beim Ergebnis der Therapie spielen. Es wird ausdrücklich (u.a. von Barkley) darauf hingewiesen, das keine Doppelblindstudien durchgeführt wurden, um die Wirksamkeit zu belegen.


Allgemein wird diese Therapieform als sehr zeitaufwändig und kostenintensiv eingestuft. Außerdem gilt Neurofeedback noch heute als eine experimentelles Behandlungsverfahren.


Biofeedback stellt keine Alternative zur Pharmakotherapie dar. Allerdings kann diese bei Patienten, bei denen eine medikamentöse Therapie keine Wirkung hat, auf Neurofeedback zurückgegriffen werden.



Wie häufig muss man zur Behandlung?


Empfohlen werden 2-3 Termine pro Woche. Insgesamt wird eine Behandlungsdauer von 10-12 Wochen empfohlen.


Vor der Behandlung muss eine Diagnose entsprechend der Diagnosekriterien stehen. Einige Untersuchungen sollten während der Therapie alle 4 Wochen wiederholt werden.


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