Konzentrationsspiele bei ADHS sinnvoll

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Warum die Konzentration wichtig ist

Konzentration erlaubt es, an einer Sache "dran" zu bleiben, ohne sich dabei ablenken zu lassen. Für Erwachsene klingt das als etwas, das man nicht erklären muss. Doch bei ADHS-Kindern sieht das anders aus. Gerade hier müssen wir uns als Erwachsene bewusst machen, das ADHS-Kinder größte Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren und an einer Sache nur selten "dran bleiben" können.


Selbst für gesunde Kinder ist Konzentration ein großes Thema. Die Konzentrationsspanne liegt meist im Bereich von kurzen Zeiten. Je nach Alter steigt auch die Fähigkeit sich länger auf etwas zu konzentrieren. Bei ADHS-Kindern wächst diese "Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne" nicht. Sie bleibt gewissermaßen gleich kurz - egal wie alt das Kind.


Denn die Krankheit ADHS fragt nicht nach dem Alter des Kindes.



Konzentration alleine reicht nicht

Obwohl in zahlreichen Elternratgebern und Fachliteratur für Lehrer und Erzieher immer wieder darauf hingewiesen wird, das ADHS-Kinder Konzentrationsprobleme haben und daraus Lernschwierigkeiten die nur logische Folge sind, wird die Tatsache verdrängt, das Konzentration alleine nicht ausreicht.


Denn neben der Konzentration ist auch die Fähigkeit gefragt, welche dafür sorgt, das die Kinder nach dem Moment der Ablenkung wieder zurück in ihre Aufgaben finden können. Da dies meist nicht beachtet wird, verlaufen die Bemühungen um einer pädagogisch geförderten Konzentrationssteigerung im Sande - und ist somit fast nutzlos.


Es ist also wichtig, das bei der pädagogischen Umsetzung entsprechender Konzentrationsspiele oder Konzentrationsübungen darauf geachtet wird, das die Kinder gezielt unterbrochen werden, um ihnen beizubringen, wie sie danach wieder zügig in ihre Aufgaben oder in ihr Spiel zurückfinden.


Schwierigkeiten vorhersehen und verhindern

Um die Konzentration spielerisch zu fördern ist es erforderlich, dass das einzelne ADHS-Kind nicht vor der ganzen Klasse bloß gestellt wird, nur weil es den Sinn oder den Ablauf des Spiels nicht versteht. Es muss also die Sicherheit bestehen, das auch das von ADHS betroffene Kind die Aufgabe, bzw. das Spiel verstanden hat.


Die Aufgaben dürfen nicht zu langatmig und zu kompliziert im Aufbau sein. Gerade zu Beginn müssen die Aufgaben für Kinder kurz und überschaubar sein. Später, wenn die Kinder sich daran gewöhnt haben, dürfen die Aufgaben wachsen und die Schwierigkeitsgrade sich erhöhen.


Wichtig ist hier auch, das keine Monotonie an den Tag gelegt wird. Nicht nur die Aufgaben, bzw. die Konzentrationsspiele bedürfen Abwechslung. Die Aufgaben und der Ablauf sollte zwischen durch im erheblichen Maß vom Standard abweichen. Damit können Lehrer und Erzieher den Erfolg ihrer Arbeit feststellen. Sie können "auslesen", was der Stand der Kinder ist, und entsprechend bei neuen Aufgaben nachjustieren.


Außerdem muss sicher gestellt werden, das die Spiele so ausgelegt sind, das auch benachteiligte Kinder eine reale Chance auf Erfolg sehen können. Fehlt bereits dieser Anreiz, so wird sich das ADHS-Kind auch keine Mühe geben. Denn wo keine Erfolgsaussicht besteht, "streiken" ADHS-Kinder sehr oft.


Konzentrationsspiele speziell für ADHS-Kinder

Entgegen der Annahme ADHS-Kinder seien pädagogisch grundlegend anders zu behandeln, muss man an dieser Stelle ganz klar sagen, das ADHS-Kinder wie andere Kinder auch lernen. Die Grundsätze der Pädagogik greifen auch bei ADHS-Kindern.


Obwohl man schon zugeben muss, das ADHS-Kindern oftmals anders begegnet werden muss als "normalen" Kindern. Trotzdem bleiben die pädagogischen Leitlinien erhalten. Und weil das so ist, macht es nur wenig Sinn Konzentrationsspiele speziell auf das Thema ADHS abzustimmen.


Ein weiterer Grund dafür das es praktisch keine "speziellen Spiele für ADHS" gibt besteht darin, das die Übungen meist auch mit "normalen" Kindern umgesetzt werden. Eine spezialisierte Ausrichtung macht hier keinen Sinn.


Anders ist es, wenn es sich um Therapiestunden handelt, in denen das ADHS-Kind allein im Mittelpunkt steht, und der therapeutische Effekt besser vertieft werden soll. Jedoch haben wir hier eine ganz andere Situation als in der Schule oder in der Tagesbetreuung.


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