ADHS und Interessanter Unterricht

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Bei Dingen die ADHS-Kinder nicht verstehen, oder wenn kein Interesse am Lehrstoff besteht, wird es schwierig. Denn dann werden die Unterrichtsinhalte "auf die Seite geschoben". Die Kinder lassen sich leicht ablenken und können sich nicht mehr auf das Unterrichtsgeschehen konzentrieren.


Lehrer - und anderes pädagogisches Fachpersonal - verstehen das Kind als desinteressiert und unwillig. Die häufigsten Reaktionen sind deshalb die, das Kind dafür zu bestrafen oder es zum Lernen zu zwingen - oft um jeden Preis. Die Schwierigkeiten sind dann vorprogrammiert.


Dabei ist die Lösung ein anderer Ansatz. Denn Strafen führen bei ADHS praktisch zu nichts. Abgesehen davon, dass der Schüler die Lehrkraft verachtet und dieses auch zum Ausdruck bringt. Das fängt mit Stören des Unterrichtes an und bewegt sich über mehrere Stufen bis zum Schulschwänzen hin. Dazwischen ist alles, was man sich vorstellen kann - und noch mehr!


Strafarbeit, Ecke stehen oder Nachsitzen zeigen keine erwünschten Erfolge. Denn solche Maßnahmen empfindet das Kind als Demütigung und entwickelt einen großen Hass auf die Lehrkraft. Die Lehrer zeigen dem Kind auf diese Weise, das sie es hassen (so empfindet es das Kind). Das ADHS-Kind baut dann eine "Mauer" um sich herum, und verweigert schließlich alles. Es endet spätestens mit dem Ergebnis, dass das Kind durch die Lehrkräfte vom Leben in der Schule ausgeschlossen wird. Eine Rückkehr ist nur schwer oder sogar gar nicht möglich.


Unterricht richtig gestalten

Das "Zauberwort" heißt Motivation. Und Motivation kommt von Interesse. Und genau hier ist die Kunst der Pädagogik gefragt. Denn Interesse kommt nur, wenn der Unterricht interessant gestaltet ist. Das klassische "Schema F" greift nur bei gesunden Kindern. Bei ADHS-Kindern sorgt Schema F für Langeweile - auch wenn das Thema selbst eigentlich interessant ist.


ADHS-Kinder tun sich übrigens schwer damit, sich Wissen selbst anzueignen. Solche Lehrmethoden sind deshalb tunlichst zu unterlassen!


Die Lösung ist also ein interessanter Unterricht, in dem die Klasse zum Ziel geleitet wird. Und dies auf einem für Kinder interessanten Weg.


Der beste Unterricht ist nicht nur blanke Theorie, sondern eine plastische Darstellung des Lehrstoffs. Denn solche Methoden führen dazu, dass sich die Kinder die Inhalte sehr viel besser merken können.


Interessanter Unterricht ist

  • fesselnd
  • plastisch
  • aufregend
  • emotional
  • bietet Gelegenheit für die Kinder sich zu beweisen
  • ein außergewöhnliches Ereignis
  • Begeisterung des Lehrers für die Unterrichtsinhalte

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    Kommentare 1

    • Es ist fraglich, ob "Inklusion" das leisten kann.


      Würde man "Inklusion" nicht nur als leere Worthülse verwenden, um sich die Kosten für Förderschulen zu sparen, sondern tatsächlich Mittel für einen -auch für "normale" Kinder- interessanten Unterricht bereit stellen.


      Das betrifft insbesondere die Ausstattung mit deutlich größerer Anzahl an Pädagogen und adäquaten Vorbereitungszeiten.


      So lange in Deutschland "Erfolg" in Kosten für Bildung gemessen wird, statt auf den tatsächlichen Bildungserfolg zu achten, wird der von AD(H)S betroffene Schüler IMMER an letzter Stelle stehen und einen Leidensweg beschreiten, der zu oft im Delinquenz oder Suizid endet.


      Die Ursachen wird dann in "Depressionen" gesucht und völlig verkannt, das "Depression" in der Regel nur Symptom oder Komorbiditäten ist.

      Die Ursachen liegen in der Regel weit tiefer. Also in Fehldiagnosen, einer entmenschlichten Gesellschaft ...