Stellungnahme zu ADHS in der Berufsschule

16 Jahre und immer noch Kind


Vor allem beim Start der Ausbildung merkt man gerade den ADHS-Teenagern an, das sie oftmals noch nicht die geistige Reife erreicht haben, wie es sich die beruflichen Schulen wünschen. Hier gilt es vor allem, mit dem Jugendlichen nicht seine noch kindlichen Eigenschaften vor der Gruppe zu diskutieren. Besser ist es, mit dem Azubi ein freundliches 4-Augen Gespräch zu führen, wenn er oder sie sich "daneben" benommen hat.


Das Gespräch sollte sich aber nicht am ADHS, sondern an der Sache, die schief gelaufen ist, orientieren. Denn ADHS darf gerade auch im Berufseinstieg nicht als Rechtfertigung für jeden Fehltritt verstanden werden.



Medikamente in Eigenverantwortung


Jugendliche müssen in der Lage sein, ihre Medikamente - sollten sie welche nehmen - selbstständig und in Eigenregie ohne viel Wirbel einzunehmen. Eine Berufsschullehrkraft hierfür um Unterstützung zu bitten entlässt den Teenager aus jener Eigenverantwortung, welche er gerade jetzt lernen soll.


Erwachsen werden bedeutet auch mehr Verantwortung für sich übernehmen.



Pädagogischer Auftrag ist begrenzt


Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen haben auch nur noch einen begrenzten pädagogischen Auftrag. Defizite hier noch pädagogisch zu "behandeln" ist in der Praxis gewöhnlich nicht umsetzbar.


Jugendliche, die in das Berufsleben starten, müssen sich eigenständig Strategien zurecht gelegt haben, um den beruflichen Anforderungen genügen zu können. Hier Konzepte für Jugendliche mit ADHS zu erarbeiten, sprengt den Rahmen der beruflichen Schulen.



Eltern in die Ausbildung einbinden?


In kleinem Umfang kann man die Eltern während der beruflichen Erstausbildung einbinden. Aber eigentlich ist das eher nicht zu empfehlen. Denn eigentlich erfüllen die Eltern hier nur eine kontrollierende Funktion. Das bedeutet, dass die Eltern einschreiten sollen, wenn ihr Kind nur zum Kaffee kochen in der Ausbildung herangezogen wird. Ein anderes Beispiel für den elterlichen Eingriff wären schlechte Leistungen in der Ausbildung, die über längere Zeit anhalten.


Ein Jugendlicher der in das Berufsleben startet, muss sich auch als solchen verstehen (lernen).


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Eigenverantwortliches Lernen an Berufsschulen: Neue Methoden für besseren Unterricht