Keine Abwehrhaltung bei ADHS Kindern einnehmen

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Selbstreflexion

Die Selbstreflexion gehört zu den Basics der pädagogischen Arbeit. Trotzdem ist sie das am häufigsten vernachlässigte Tool in der fachlichen Erziehung. Dabei ist genau hier häufig der Schlüssel versteckt, der zum Erfolg führen kann.


Ich treffe eine Aussage oder mache eine nonverbale Aktion, und muss mich dann fragen, wie das auf das Kind wirkt oder wirken könnte. Kurz innehalten und nochmal nachdenken, kann unglaublich viele Stresssituationen vermeiden.



Das Kind annehmen und führen

Wir brauchen also die Bereitschaft, das Kind nicht nur anzunehmen wie es ist, sondern wir müssen auch entsprechend mit dem Kind interagieren. Und dies muss auf Art geschehen, die das ADHS-Kind annimmt und anspricht.


Kinder, welche von ADHS betroffen sind, haben sehr feine Antennen dafür, ob ihr Gegenüber ein Feind oder ein Freund ist. Ist der Erwachsene der Feind, dann ist Schuljahr gelaufen, bevor es angefangen hat. Ist die Lehrkraft / Erzieherin jedoch der Freund, dann können beide Erfolg haben. ADHS ist ein Teamspiel.



Problemanalysen müssen zu echten Lösungen führen

Gerade auch ADHS ist nicht nur für die Eltern eine echte Herausforderung. Für jeden anderen auch. Einschließlich jene, die Erziehung zu ihrem Beruf gemacht haben.


ADHS zeichnet sich dadurch aus, dass die alten Trampelpfade oft nicht zum Ziel führen. Egal wie oft man sie geht. Darum ist sinnvoll, sich auf neue Wege einzulassen. Und gerade dann, wenn sie völlig absurd klingen, kommen Sie der Lösung näher als Sie denken.



Eltern ernst nehmen

Viele Erziehungsprofis verdrehen heute immer noch die Augen, wenn sie die vier Buchstaben ADHS von einer besorgten Mutter zu hören bekommen. Aber eigentlich ist es ganz anders. Denn die Eltern kommen auf Lehrkräfte und Erzieher zu, um ihnen ein Werkzeug in die Hand zu geben. Ob das in Form einer Buchempfehlung ist, oder ob direkt Klartext gesprochen wird im Sinne von „Sie können mein Sohn da und dort so und so packen“ hängt stark von der eigenen Reaktion ab.


Denn warum sollten Eltern dem Lehrer / Erzieher Tipps und eine Handhabung anbieten, wenn der Lehrer / der Erzieher dies weder ernst nimmt, noch bereit ist darüber zu sprechen?



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    Fragen, Anregungen, etc. nehme ich gern entgegen.

    ADHS-Zentrum Admin

    Kommentare 1

    • Wir sind schon mal froh, das die Klassenleiterin genau die schwächen unseres kleinen ADS-lers erkannt und im Zeugnis dokumentiert hat. Bisher hatten wir den Eindruck, das beurteilte Kind sei nicht das unsere.


      Die im Artikel beschriebene Situation kenne ich aus den Runden der Eltern SHG. Was Kinder noch heute in der Schulen durch die Lehrer erleiden müssen ist wirklich gruselig.

      Teilweise sind die Erlebnisse mit den oft "ganz normal überforderten" Lehrern schon für nicht betroffene Kinder schwer erträglich. Ein empfindsames, hochsensibles ADS- / ADHS-Kind wird hier für sein Leben traumatisiert.


      Ein Beispiel? Ich!

      Die Prüfungen der 10 Klasse waren für mich eine Befreiung. NIE WIEDER SCHULE!


      Und wenige Jahre später musst ich feststellen, im richtigen Rahmen mit den richtigen Personen weit leistungsfähiger zu sein. Die Chance auf ABI und Studium war nun leider verpasst.