Brauchen wir ADHS Schulen

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Die Forderungen sind allerdings die gleichen, welche alle Eltern in Deutschland gerne stellen würden. Die wichtigsten Forderungen sind zum Beispiel:

  • Kleine Klassen
  • Moderne Ausstattung der Schule
  • Engagierte Lehrkräfte
  • Hausaufgaben- und Ganztagsbetreuung
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule
  • Moderne Erziehungsstruktur
  • Pädagogische Ausbildung
  • Tragfähiges pädagogisches Konzept
  • Individuelle Förderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler


Speziell bei ADHS-Schulen käme noch der Punkt „Umfangreiche Kenntnisse bzgl. ADHS“ hinzu. Und wenn wir dann alle Kriterien erfüllt haben, besitzen wir die perfekte Schule, oder? Denn Tatsache ist: Würden alle Schulen die o.g. Kriterien erfüllen, dann würde sich keiner über eine Sonderbehandlung von Kindern mit ADHS Gedanken machen.



Sind ADHS-Schulen fair?


Nehmen wir an, wir würden in Deutschland spezielle ADHS-Schulen einrichten, würden diese Schüler dann nicht bevorzugt behandelt werden? ADHS-Kinder können unter Idealbedingungen lernen und alle anderen Kinder haben dann einfach Pech gehabt?


Wenn wir dann speziell für ADHS-Kinder Schulen haben, hätten andere Gruppen dann nicht auch eine Sonderbeschulung verdient?



Die ADHS-Schule als realitätsferne Insel?


Die ADHS-Schule bildet mit den extrem verbesserten Lernbedingungen eine einsame Insel in unserer alltäglichen Welt. Denn eine solche Schule kann unmöglich das alltägliche Leben wiederspiegeln. Denn der Schulalltag ist auch lernen.



Was können Schülerinnen und Schüler in der Regelschule lernen?

  • Wie bewältige ich Streit?
  • Wie gehe ich mit Stress um?
  • Was bedeutet „Rücksicht auf andere nehmen“?
  • Wie findet sich eine Gruppe mit verschiedenen Charakteren zurecht?
  • Wie ordne ich mich in eine große Gruppe (Klasse) ein?
  • Und so weiter ...


Zusammengefasst bedeutet das, dass die wohlbehüteten ADHS-Kinder nach der Schulzeit einen schweren Weg in das Berufsleben gehen müssen, weil ihnen viele Fertig- und Fähigkeiten sich zu integrieren einfach fehlen.


Natürlich bedeutet die Regelschule alltägliche Probleme und Schwierigkeiten. Aber es werden am Ende der Schulzeit genau die Hürden sein, die ihr Kind in der Berufswelt weiter bringen wird, als wenn ihr Kind zehn Jahre lang wohlbehütet und bemuttert aufwächst.


Die Regelschule bietet allerdings nicht nur Schwierigkeiten. Sie bietet ihrem Kind, das in einer Therapie erworbene Wissen und Fertigkeiten in der Praxis auszuprobieren und zu verinnerlichen. Die Trauminsel ADHS-Schule kann dies niemals leisten, weil ihr Kind in der wohlbehüteten Umgebung nur auf wenige Schwierigkeiten stößt.


Insgesamt sind Schulen für Kinder mit ADHS eine „blumige Idee“, aber in der Praxis ist es einfach unvorteilhaft für Ihr Kind.


Hinweis: Das so eine Schule langfristig nicht finanzierbar ist, dürfte jedem selbst klar sein.


    Kommentare 3

    • Man wagt ja in Deutschland als Mutter keine Ansprüche an die Schule zu stellen. Wir müssen ja froh sein, das die Gebäude und Turnhallen von oben Wasserdicht sind, und wenigsten für 3/4 der Klassen genug Lehrer eingestellt wurden. Bildung hat in Deutschland keine Priorität mehr. :-(

    • wirklich ein schweres Thema.


      Am Ende führt es aber zur Erkenntnis, dass die desaströse Bildungspolitik im "Land der Dichter und Denker" (mit entsprechend katastrophaler Finanzierung) es dem nicht betroffenen Kind schon schwer macht, das Lernziel zu schaffen.

      Für den AD(H)S-ler potenziert sich dieses Problem noch.


      Die Idealschule nach skandinavischem Vorbild wäre besser für alle.

      Realistisch umsetzbar ist wohl eher die Salamischeibe, statt der ganzen Wurst. (leider)

      • Allein die Tatsache, das bei uns in Bayern Lehrer auf ein Jahr befristet eingestellt werden, und über die Sommerferien vom Arbeitsamt unterstützt werden müssen, zeigt doch, wie schlimm es wirklich ist. Leider hat man in Bayern nichts verstanden, und die CSU viel zu wenig abgestraft. Und die Freien Wähler kann man vergessen. Die wollten auf die Regierungsbank, aber möglichst nichts verändern. Bayern ist und bleibt konservativ schlecht.