§35a SGB 8 - Der Hilfeplan

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Seine Hauptfunktion ist die Informierung der am Hilfeprozess Beteiligten, namentlich der Familie und der hilfebringenden Institution. Die Anspruchsberechtigten erhalten damit eine rechtliche Absicherung, und die ausführende Stelle erste Handlungsanweisungen.


Dem Jugendamt selbst dient der Plan zur internen Dokumentation der Entscheidung und ihrer Grundlagen, sowie der getroffenen Vereinbarungen.


Maas (1993) spricht von der "Begründungs-" und der "Gestaltungsfunktion" des Hilfeplans. Folglich muss dieser die erforderlichen Angaben enthalten zu den Tatsachen, die den Sachverhalt ausmachen, zur fachlichen Beurteilung, zum Bedarf nach Eingliederungshilfe, zu den Zielsetzungen, zur vorgesehenen Art und Umfang der Hilfe (einschließlich flankierender Leistungen).


Eine zeitliche Perspektive muss festgehalten werden und Termine für die Evaluation sind zu bestimmen (zu detaillierten Gestaltungsvorschlägen vgl. Bayerisches Landesjugendamt, 1994; Harnach-Beck, 1995 a und b).


Die Jugendhilfe hat es nach langem Bemühen erreicht, dass sie auch Verantwortung für die Entwicklung junger Menschen mit seelischen Behinderungen trägt. Sie hat diese Verantwortungsübertragung als einen ersten Schritt zur gemeinsamen Förderung aller junger Menschen unter ihrem Dach begrüßt. Nun ist sie herausgefordert, das in ihre Fachkompetenz gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen, indem sie ihr Handeln an hohen professionellen Standards orientiert. Die sorgfältige Abklärung der Hilfevoraussetzungen legt hierzu sozusagen das Fundament.


Im übertragenden Sinn: Kein vernünftiger Mensch würde für den Bau seines Hauses einfach alle potentiellen Lieferanten auffordern, ihr jeweils bestes Produkt zu schicken, ohne das zuvor geprüft wurde, ob auch alles zusammenpasst und auf dem vorgesehenen Grund stehen kann. Dazu braucht man einen Architekten, der weiß, wie sich die Einzelstücke verbinden und sich in die vorgegebene Landschaft einfügen lassen. Versuchen wir, den jungen Leuten, die mit dem Bau ihres Lebenshauses in Schwierigkeiten geraten, als gute Architekten zur Seite zu stehen!


    Kommentare 2

    • Mich würde interessieren, ob jemand schon Erfahrungen gesammelt hat, wie endgültig die anfangs formulierten Ziele sind. Können sie später noch ergänzt werden?


      Bei uns fand ich zum Zeitpunkt der Formulierung der Ziele alles recht plausibel.


      Jetzt sind durch die I-Helferin noch andere Probleme in den Fokus gebracht worden.


      Wird das Jugendamt die nachträglich noch akzeptieren und mit aufnehmen?


      Theoretisch könnte es sein, dass das Jugendamt nur die zuerst formulierten Ziele gelten lässt. Sind sie erfüllt, endet die Zusage für die I-Helferin.

      • Ja, das gibt es, das sich die Ziele ändern. Die Problematik dabei ist, das neue Ziele / geänderte Ziele möglicherweise dazu führen, das die genehmigten / vereinbarten Hilfeleistungen nicht mehr zum eigentlichen Ziel / Problem passen. Folglich kann es passieren, das laufende Hilfen abgebrochen werden.


        Aber: Die Erfahrung hat gezeigt, das es nicht "übers Knie gebrochen" wird. D.h. das genehmigte Hilfen nicht über Nacht gestrichen werden. Der Hintergrund ist ganz klar: Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle. Und deshalb muss geprüft werden, ob die zugesagten Hilfen ...

        • … nicht zum Ziel führen
        • … zum Ziel führen
        • … zum Ziel führen, aber es reicht nicht aus
        • … zum Ziel führen, aber es muss nachjustiert werden

        Entscheidend ist hier, das alle Beteiligten ehrlich miteinander kommunizieren. Beispiel: Kann ein Kind die Schleife nicht binden, dann muss das auch genau so angegeben werden. Es hilft keinem, wenn die Schwierigkeiten "schön geredet" werden.


        Und oft kommt man um einen Besuch beim Jugendamt nicht herum. Ich empfehle das persönliche Gespräch, wenn es möglich ist.


        Sich einfach herauswinden wird das Jugendamt sich nicht können, da bereits festgestellt wurde, das Hilfen erforderlich sind. Gewöhnlich hat das Jugendamt auch ein offenes Ohr dafür.