§35a SGB 8 Grundlagen

Um die "Diagnose" (Diagnose ist eigentlich falsch, weil es sich um ein sozial-rechtliches Konstrukt handelt, und nicht um einen medizinisch beschreibbaren Zustand) der "seelischen Behinderung" vom JUGENDAMT (nicht vom Arzt oder Therapeuten!) und entsprechende Hilfen zuerkannt zu bekommen müssen folgenden Kriterien erfüllt sein:



a) Schädigung der psychologischen Gegebenheiten


Dies sind z.B.:

körperlich nicht begründbare Psychosen

Seelische Störungen infolge von Krankheiten oder Verletzungen des Gehirns, von Anfallsleiden oder von anderen Krankheiten oder körperlichen Beeinträchtigungen

Suchtkrankheiten

Neurosen u. Persönlichkeitsstörungen andere Störungen



b) Einschränkung der personalen Funktionstüchtigkeit


Das bedeutet, das eine Störung des Erlebens UND des Verhaltens vorliegt.



c) Beeinträchtigung der sozialen Funktionstüchtigkeit


Dies ist eine Interaktionsstörung. --> Störung des Kindes mit seiner Umwelt (Personen / Natur / etc.) in Kontakt zu treten.



Aus a), b) und c) ergibt sich die Diagnose der “seelischen Behinderung” und erzeugt gemäß §35a SGB8 (bzw. KJHG) Eingliederungshilfebedarf. Diese Eingliederungshilfe erfolgt als psych., päd. kausale / symptomatische Behandlung bzw. Bewältigungs- und Anpassungshilfen.


Die Punkte a), b) und c) werden zusammen als sog. "biopsychosoziale Diagnostik" bezeichnet.


    Kommentare 1

    • Danke! Das ist sehr mundgerecht aufgearbeitet.