ADHS und die Jobsuche Teil 1

Wer Arbeit sucht weil er arbeiten will, der wird auch Erfolge vorweisen können. Denn dieser ist eher bereit, sich für einen Job einzusetzen und hat deshalb höhere Erfolgschancen.


Wer Arbeit sucht, weil er beispielsweise von Amtswegen her dazu gezwungen wird, der wird immer unzufrieden sein - und auch keinen Erfolg haben.


Wenig oder gar kein Erfolg werden auch die haben, welche sich an einer Spezialisierung festklammern, und nicht offen für Neues oder ein breiteres Tätigkeitsspektrum nicht akzeptieren können.



In welchem Beruf möchte ich arbeiten?


Wer eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung hat, besitzt einen großen Vorteil. Denn eine berufliche Qualifikation ist der Grundbaustein des beruflichen Erfolgs.


Doch nicht immer findet man in seinem gelernten Beruf auch eine Anstellung. Deshalb muss man sich selbst fragen, ob man sich auch andere Tätigkeitsbereiche vorstellen kann.



Habe ich Fähigkeiten, mit denen ich auch andere Berufe ausüben könnte?


Besitze ich neben meiner beruflichen Ausbildung auch noch andere Fähig- und Fertigkeiten, die es mir ermöglichen, auch in anderen Berufen oder in anderen Branchen zu arbeiten?


So kann ein Elektroniker als Hausmeister arbeiten. Oder ein Büroangestellter kann als Schriftsteller tätig sein. Jemand ohne Ausbildung kann Websites erstellen und damit Geld verdienen.


Die Möglichkeiten sind dank des offenen und flexibel gestalteten Arbeitsmarkts beinahe unerschöpflich. Die Kernfrage lautet hier: Was kann ich und was möchte ich daraus machen?



Welche Eigenschaften muss mein Job haben?


Obwohl man gern arbeiten gehen möchte, passt nicht jeder Job zu einem selbst. Denn auch der zukünftige Arbeitsplatz sollte Eigenschaften besitzen, mit denen man sich selbst auch arrangieren kann. Eine wichtige Kernfrage bei der Arbeitsplatzwahl ist also: Welche Rahmenbedingungen und Eigenschaften bringt der angestrebte Job mit?


Diese Rahmenbedingungen und Eigenschaften sollte man sich selbst erst mal klar machen. Was möchte ich haben und was ist zwingend erforderlich? Hier setzt jeder seine eigenen Schwerpunkte.



In welchem Zeitraum des Tages möchte ich arbeiten?


Wer gerne länger ausschläft und dafür abends lange munter ist, sollte Jobs meiden, bei denen er früh anfangen muss.


Eine andere Frage stellt sich, wenn ich Kinder habe, für deren Betreuung nur ein begrenztes Zeitfenster besteht.


Kann, oder will, ich am lieber am Wochenende arbeiten?


Wie sieht es mit Nachtschicht oder Nachtarbeit aus?



Wann brauche ich Urlaub?


Habe ich Kinder? Dann brauche ich in den Ferien Urlaub. Bei der Arbeitsplatzwahl könnte das eine wichtige Rolle spielen.


Habe ich ein Lieblingsziel im Urlaub, und brauche deshalb zu bestimmten Zeiten auf jeden Fall Urlaub?



Wie viele Überstunden bin ich bereit zu machen?


Es gibt Unternehmen, die rechnen nicht mehr nach Stunden ab, und führen auch keine Arbeitszeitkonten. In den Arbeitsverträgen steht dann Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten. Dies ist ein deutliches Zeichen, das ein Unternehmen eine hohe Anzahl an freiwilligen und praktisch unbezahlten Überstunden verlangt.



Möchte ich Gleitzeit haben?


Ein Gleitzeitkonto ist die ideale Lösung. So weiß man, das man Überstunden entweder bezahlt bekommt, oder diese abbummeln kann.



Was für eine Tätigkeit will ich?


Möchte ich lieber immer den gleichen Arbeitsplatz haben, oder könnte ich mir eine Tätigkeit vorstellen, bei der ich Mobil bin? Möchte ich einen Job mit Reisetätigkeit?


Will ich lieber im Büro, an der Werkbank oder im Freien arbeiten?



Wie weit darf mein Arbeitsplatz entfernt sein?


Wie viele Kilometer bin ich bereit zu fahren, um meine Arbeitsstelle zu erreichen? Habe ich ein Auto? Nutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel?



Im Team oder alleine?


Arbeite ich lieber im Team, oder bin ich eher der Einzelgänger? Kann ich auch gute Arbeit in der Gruppe leisten?



Kontaktfreudig?


Bin ich Kontaktfreudig oder eher schüchtern?



Umziehen für den Job?


Wäre ich auch bereit, für einen Arbeitsplatz umzuziehen? Denn manchmal muss man in eine Region umziehen, in der meine berufliche Qualifikation gesucht wird. Wer zu Hause nichts findet, der muss ggf. bereit sein, den Arbeitsplatz hinterher zu ziehen.



Selbstständig?


Möchte ich lieber klassisch arbeiten, oder könnte ich mir vorstellen, eine selbstständige Tätigkeit aufzunehmen? Vielleicht mittels eines Franchiseunternehmens? Und welche Möglichkeiten stehen mir hier offen?


    Kommentare 2

    • Passend zum Thema möchte ich das Buch "Durchstarten zum Traumjob" empfehlen, da geht es darum den richtigen Arbeitsplatz zu finden.

      Ist ein Buch in dem es zentral um Selbsterkenntnis geht. Wer bin ich, was kann ich gut, was tut mir gut, was brauche ich sind die wichtigen Fragen wenn man wissen will wie ein Arbeitsplatz aussehen muss.

      Es geht ja nicht nur um den richtigen Job, mindestens ebenso wichtig ist die richtige Arbeitsumgebung.

    • Die Vielzahl der Parameter und Variablen machen scheinbar eine Matrix notwendig.

      Ob die Bundesagentur für Arbeit wohl eine solche hat und auch die kompetenten "Agenten" dazu?