Geeignete Berufe für ADHS

Diese Grundaussage, bzw. die Haltung, ist jedoch grundsätzlich falsch!


Die Aussage "ADHS-Patienten dürfen nur bestimmte Berufe lernen und ausüben" wird nämlich allein damit begründet, das ADHSler bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zeigen. Und die "empfohlenen Berufe" orientieren sich damit lediglich am Krankheitsbild und nicht an der Person oder der Persönlichkeit.


Die weitverbreitete Aussage, es gäbe spezielle Berufe, die wären für erwachsene mit ADHS besonders geeignet, ist völlig gegenstandslos. Diese Aussage dient bestenfalls zur Untermauerung von nicht vorhandenem Fachwissen bzgl. ADHS. Alternativ wird hier nur eine Ideologie verfolgt, die vollkommen zweck- und wertlos ist.



Die Realität: ADHS vs. Jobwahl


Beginnend bei der Berufswahl und beim ausgeübten Beruf spielt ADHS zunächst einmal überhaupt keine Rolle. Denn der Beruf wird nicht gewählt, weil man die Diagnose ADHS hat, sondern die Berufs- und Arbeitsplatzwahl richtet sich - wie bei jedem anderen auch - danach, was ich möchte.


Dabei richtet sich die Berufswahl, bzw. die Wahl des Arbeitsplatzes nach den üblichen Faktoren. Je nach Interessen oder Hobbys fällt die Wahl gezielt aus. Dann gibt es natürlich noch andere Umstände, welche die berufliche Laufbahn beeinflussen. Begonnen bei der schulischen Vorbildung, über Praktika bis hin zu dem Freundes- und Bekanntenkreis. Zusätzlich spielt es noch eine Rolle, welche Möglichkeiten habe ich vor Ort, oder muss ich ggf. umziehen? Welche finanziellen Mittel stehen mir zur Verfügung? Welche Zukunftsperspektiven habe ich - oder habe ich keine?


Und je nachdem wie die Umstände im Einzelfall liegen, wird der Beruf gewählt. Vom Elektroniker, über Kaufleute bis hin zu Ärzten, Anwälten und IT-Berufen ist alles vertreten. Egal ob ADHS oder nicht ADHS.


Selbst Empfehlungen von Therapeuten und Ärzten ist also nicht Folge zu leisten, nur weil die meinen, dem Patienten etwas vorschreiben zu müssen. Am Ende muss jeder mit dem gewählten Beruf oder Arbeitsplatz auskommen. Und wer dann eine Entscheidung fällt, weil sie "ADHS-Massenkonform" ist, der wird in seinem Job niemals aufblühen können - weil er ihn stets hassen wird ... obwohl es vielleicht ein angeblich "typischer ADHS-Beruf" ist.



Fakt ist: Jobs für ADHSler im speziellen gibt es nicht!


Erwachsene mit ADHS sind gut beraten, wenn sie sich selbst für etwas oder gegen etwas entscheiden - je nachdem wie sie es selbst wollen. Was andere wollen darf dabei keine Rolle spielen. Die "anderen" kennen einen nicht so gut wie man sich selbst.


    Kommentare 1

    • Als universelle Leitlinie sind diese "Berufslisten" sicherlich ungeeignet. Jedoch können sie ein Hinweis auf zu mögl. erwartenden Probleme sein.

      Als nicht diagnostizierter könnte man über Umwege den Weg zur Diagnose und damit der Lösung der Probleme finden und als Diagnostizierter kann man hier mal die rosa Brille zur Seite legen und rational seine Chancen betrachten.


      Die Ausprägung des AD(H)S ist bei jedem individuell und somit kein Show-Stopper, doch kann man auf rationale Fakten und ggf. sogar Erfahrungswerte zurück greifen, hat man die Möglichkeit sich spätere Enttäuschungen und vertane Jahr zu ersparen.