Auswirkungen der medikamentösen Behandlung im Berufsalltag

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Und mehr noch. Erwachsene sind deutlich besser in der Lage als Kinder oder Jugendliche, ihre positiven Eigenschaften für sich zu nutzen -sofern sie ihnen bewusst sind. Denn sie können schneller und besser lernen mit ihrer "Lebensart" umzugehen und für sich selbst die richtigen Schlüsse ziehen. Erwachsene ADHS-Patienten wissen um ihr ADHS und können sich selbst leichter "Eselsbrücken" bauen als Kinder oder pubertierende Jugendliche.


Neben anderen Behandlungsvarianten (z.B. Verhaltenstherapie, Psychotherapie) ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit die medikamentöse Therapie des ADHS.


Während einem erwachsenen ADHS-Patienten die Gedanken - wie bei ADHS-Kindern auch - nur so durch den Kopf jagen, kann er sich nicht oder nur sehr schwer auf seine Aufgaben konzentrieren. Oft werden einfache kleine Flüchtigkeitsfehler gemacht, die im Berufsleben jedoch großen Schaden anrichten können.


Bei den meisten Erwachsenen bleiben die Symptome aus der Kindheit erhalten. Bei anderen verlagern oder verändern sich die Symptome. Beobachten kann man dies vor allem dort, wo sich erwachsene ADHS-Patienten austauschen. Dies geschieht oft im Schutze der Anonymität des Internets in Onlineforen.


Oft spielt auch das Gesundheitsrisiko bei ADHS-Erwachsenen eine große Rolle. Je nach Beruf werden Sicherheitsvorschriften schlicht vergessen oder wegen zu hoher Risikobereitschaft "verdrängt". Die Folgen können ungeahnt groß sein!


Ob kaufmännischer oder technischer Beruf: Überall können kleine Ursachen zu großen Katastrophen führen. Je nach Beruf und Ort des Geschehens ist der Schaden größer oder weniger groß.



Was verbessert sich effektiv bei der medikamentösen Behandlung bzgl. des Berufs?

  • Unfallrisiko wird erheblich gemindert
  • Aufgaben werden sorgfältig erledigt
  • Neues wird gelernt, verstanden und umgesetzt
  • Termine werden nicht mehr so leicht vergessen
  • Konzentriertes Arbeiten wird möglich
  • Deutlich verbessertes Zeitmanagement
  • Flüchtigkeitsfehler passieren erheblich seltener
  • Mimik und Gestik der Kollegen kann besser interpretiert werden
  • Die soziale Integration im Betrieb fällt leichter
  • Die Hemmschwelle bzgl. Unüberlegtes laut zu sagen, steigt auf ein normales Niveau



Medikinet ist kein Doping-Mittel für den Job


Die Arbeitsleistung wird jedoch nicht durch Medikinet Adult gesteigert. Die Verbesserung der Arbeitsleistung beruht darauf, das der erwachsene ADHS-Patient …

  • ... nicht mehr ständig seine Tätigkeit unterbricht
  • ... nicht mehr mehrere Sachen anfängt, aber nichts fertig macht
  • ... nicht mehr so viel abgelenkt werden kann
  • ... das unwesentliche vom wesentlichen trennen kann
  • ... Prioritäten setzen kann
  • ... am Betriebsleben teilnimmt


Das Arbeiten unter medikamentöser Behandlung ist für die meisten ADHS-Patienten eine ganz neue Erfahrung. Allerdings sollte man die medikamentöse Behandlung besser für sich behalten und weder dem Chef, noch den Kollegen mitteilen. Denn ADHS kann als Kündigungsgrund dienen.



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    Kommentare 1

    • Zu Kündigungsgrund:

      Ich habe mich über eine Kollegin aus dem Betriebsrat beim Schwerbehindertenvertreter unseres Unternehmens gemeldet.


      Beim persönlichen Gespräch war der bestens über ADHS informiert und hat mir viele Tipps geben können. (u.A. Antrag auf Feststellung eines Behinderungsgrades beim Amt)

      Sollte es Probleme geben habe ich nun Rückhalt bei Betriebsrat und ggf. irgendwann auch den Zettel vom Amt, der mir ebenfalls etwas Schutz gibt.


      Wer natürlich keine Probleme im Job hat, kann das getrost außer Acht lassen.