Warum wurde Ritalin 1968 in Schweden verboten

  • 1958 Ritalin wurde in Schweden zugelassen
  • 1968 Ritalin wurde von der Arzneimittelliste gestrichen, d.h. Ritalin wurde verboten
  • 1980 Ritalin konnte Anfang der 80iger Jahre auf Lizenz wieder von Ärzten verschrieben werden
  • 2005 Ritalin wurde der Arzneimittelliste hinzugefügt, d.h. es ist erlaubt.


Schweden, bzw. die öffentliche Meinung, stand damals den Psychopharmaka allgemein sehr kritisch und negativ gegenüber. Die öffentliche Debatte wurde sehr heftig und emotional geführt.


Den Begriff "ADHS" gab es damals noch nicht. Und das Störungsbild ADHS war weitestgehend unbekannt. Meist wurde das Verhalten auf Erziehungsfehler zurückgeführt.


Erst im Lauf der Jahre wurde man in Schweden - und in anderen Ländern - auf das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom aufmerksamer und hat genauer hingesehen.


Hinzu kommt, das es um 1968 noch keine Untersuchungen über ein mögliches Suchtpotential gab. Es gab damals weder Studien noch Langzeitbeobachtungen dazu, mit denen man hätte argumentieren können. Es erschien damals besser, das Medikament Ritalin zu verbieten. Dies geschah also aus reiner Vorsicht. Heute gibt es Studien, mit denen sich belegen lässt, das der Stoff Methylphenidat (=Wirkstoff in Ritalin) nicht abhängig macht. Zudem blicken wir heute auf über 60 Jahre medizinischer Erfahrung mit dem Wirkstoff Methylphenidat (Wirkstoff in Ritalin / Medikinet) zurück.


Heute ist Ritalin in Schweden wieder über Psychiater und Neurologen zu bekommen.


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