ADHS-Medikamente für Kinder unter sechs Jahren

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

In vielen ADHS-Foren helfen sich Eltern mit Tipps und Tricks gegenseitig. Das ist auch insgesamt nicht negativ zu bewerten. Doch leider findet sich in den letzten Monaten immer wieder Gesprächsstoff, der jedem Bauchschmerzen bereiten muss, der das liest.


Ein Mutter, selbst von ADHS betroffen, hat zwei Kinder. Das eine ist 7 Jahre und hat die Diagnose ADHS. Das zweite ist vier Jahre alt und hat noch keine ärztliche Diagnose. Doch das hält niemanden davon ab, dass der Mutter geraten wird, dem vierjährigen Kind ebenfalls kleine Dosen Methylphenidat zu geben. Und wenn es wirkt, so hat das Kind ADHS. Und wenn nicht, dann soll es dem Kleinkind nicht mehr gegeben werden. Und da das ältere Kind bereits die Diagnose hat, so hat das Geschwisterkind automatisch auch ADHS und braucht auch Medikamente. Schließlich kann man ja vom älteren Kind etwas "abzwacken".


Solche und ähnliche Diskussionen sind im vergangenen Jahr immer häufiger zu sehen. Und das Schlimme: Die Forenmaster und die Erfahrenen Eltern schreiten entweder nicht ein, oder sind ebenfalls dafür, das Kleinkind mit Medikamenten "zu versorgen".



Liebe Eltern,


Die Diagnose ADHS ist im Kleinkindalter sehr schwer - wenn nicht sogar unmöglich - zu stellen. Und für die Diagnose ist ein Facharzt oder Kinderarzt zuständig. Eltern aus Internetforen meinen es zwar nur gut, aber bei diesen Empfehlungen sind Eltern schlecht beraten, wenn sie sich auf unbekannte Elternaussagen versteifen und danach handeln.


Und mehr noch: Methylphenidat ist nur für Kinder ab 6 Jahren zugelassen! Kinder unterhalb dieser Altersgrenze kriegen kein Ritalin, Medikinet oder sonst ein methylphenidathaltiges Produkt!


Und selbst bei erhötem Verdacht auf ADHS ist es immer noch extrem schwierig, zwischen dem entwicklungsbedingtem Bewegungsdrang eines Kleinkindes und ein hyperaktives Kleinkind zu unterscheiden.



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    Kommentare 1

    • nachdem ich meinen Sohn lange aufmerksam beobachtet habe, bevor ich mich beim Arzt gemeldet habe...


      Ja die Symptome waren auch mit vier schon da. Problematisch wurden sie aber erst im starren Gerüst der Schule.

      Davor waren die "Explosionen" schon da und auch gefährlich für ihn selbst. Eine Diagnose (oder zumindest ein Hinweis) könnte schon vor möglich sein.

      Dann würden die Eltern Hinweise bekommen, wie sie mit dem "störrischen Kind" umzugehen haben.