Leichtfertiger Umgang mit ADHS-Diagnose

Warum gibt es so wenig fachkundige Ärzte?


Ein großes Problem für Eltern von ADHS-Kindern, als auch von ADHS-Erwachsenen besteht in dem Mangel an fachkundigen Ärzten. Die medizinische Versorgung für diese Patientengruppe ist gelinde gesagt "unbefriedigend". Oft gibt es Wartelisten für Patienten. Zwei Monate und länger sind keine Seltenheit. Und hier nur der Ersttermin gemeint. Und mit dem allein ist es nicht getan - noch lange nicht!


Diese Situation wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern. Denn kein Arzt möchte als nächstes von der Presse öffentlich hingerichtet werden. Was bei der Presse ein Strohfeuer des Umsatzes ist, bedeutet für einen solchen Arzt das wirtschaftliche Aus. Darauf nimmt aber keine Rücksicht.


Auf eine Pressemeldung erfolgt - mal wieder - ein Shitstorm gegen ADHS. Und in den Bewertungsportalen für Arztpraxen werden die Kommentare nicht nur schärfer, sondern auch beleidigend. Nicht zuletzt wird dem Arzt dann auch mal vorgeworfen sich an keine Regeln und Vorschriften zu halten. Die Haltlosen Anschuldigungen führen die Arztpraxis ins Exil bis sie schließlich wirkungsvoll vernichtet wurde.


Wer heute noch eine etablierte und gute Praxis führt, kann wegen so was innerhalb von Tagen alles verlieren! Und deshalb ist es auch nicht überraschend, dass sich nur wenige Ärzte diesem Risiko aussetzen.



Rezeptblock geht schneller als eine gute Diagnose


Gerne wird immer wieder behauptet (nicht nur durch die Presse), die Ärzte würden zu schnell Medikamente verschreiben. Die Wahrheit ist eine ganz andere: Wird ein Kind oder Erwachsene vom Arzt falsch behandelt, so drohen dem Arzt schwerwiegende Konsequenzen. Eine Klage wegen Körperverletzung, Fahrlässigkeit und Schadensersatz hat ein Arzt heute sehr schnell auf seinem Tisch liegen. Zuzüglich kommen Regressionsansprüche der Krankenkassen.


Es liegt also primär im Interesse des Arztes, das die Diagnose auf "soliden Füßen steht". Kein Arzt riskiert seine Existenz wegen eines Patienten, der "mal eben" etwas verschrieben haben will!



Unkenntnis oder Profitgier als Ursache


Es gibt die Presse, welche ihre Artikel so ausgestaltet, dass sie am meisten Profit abwerfen. Und es gibt Presse, die sich mit dem Thema ADHS nicht ausreichend auseinandergesetzt hat. Während in beiden Füllen die Patientengruppe ADHS in Geiselhaft genommen wird, steht für den betroffenen Arzt die Existenz auf dem Spiel.


Auf jeden Fall ziehen Arzt und Patient den Kürzeren, wenn es um ungerechtfertigte üble Nachrede geht.


Und jede unsachliche Publikation zieht für die Betroffenen Konsequenzen nach sich. Bei der Presse ist das jedoch leider nicht der Fall.



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