ADHS-Kritik: ADHS - Ein Markt um eine Krankheit

Aufgrund des großen Engagements von einem kleinen Kreis - u.a. Selbstbetroffene erwachsene Patienten - wurde die breite Masse auf das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom vorbereitet. Vereine, später Verbände, bildeten sich und trieben die "Sache" weiter voran. Langsam entstand ein Informationsnetz ADHS in ganz Deutschland, welches langsam aber stetig wuchs.


Es gab immer mehr Informationsmaterial (vor allem Literatur) und immer bessere Austauschmöglichkeiten (Web, Selbsthilfegruppen).


Vielen Eltern und vielen erwachsenen Selbstbetroffenen konnte geholfen werden. Und noch heute hilft man sich gegenseitig.


Aber wer heute genauer hinsieht, der kann auch feststellen, dass sich um ADHS selbst ein eigener Markt gebildet hat. Es werden zahlreiche Produkte und Kurse angeboten. Beginnend bei Elterntrainings bis hin zu Seminaren aller Art. Wo eine Nachfrage nicht gedeckt wird, lässt ein entsprechendes Kursangebot nicht lange auf sich warten.


Dabei ist festzustellen, dass auch ADHS-Vereine diesen wachsenden Markt mit Kundschaft versorgen, indem Werbung für diese Angebote gemacht wird. Werbung von ADHS-Vereinen für einen Kurs ist nicht zwangsweise ein Qualitätsmerkmal.


Auffallend ist auch, dass sich die Kurse als die ultimative Lösung zu spezifischen Problemen bewerben. So gibt es Seminare zu ganz verschiedenen Themen, die unter dem Strich alle mit ADHS irgendwie in Verbindung gebracht werden. Diese Seminarvielfalt sorgt dafür, dass die Kunden immer und für alles bereitwillig bezahlen.


Die Preise für diese dubiosen Seminare beginnen bereits bei 150€ und gehen rauf bis über stolze 2.000€. Nach oben hin gibt es praktisch keine Grenzen.


Selbstverständlich gibt es für die Seminare keine "Garantien" oder ähnliches. Beachtlich ist auch, dass die Kursleiter nur selten eine berufliche Qualifikation mitbringen - und trotzdem "fachlich korrekte Kurse" abhalten. Fakt ist, das diese Personen gegen kein Gesetz verstoßen. Seminare kann, und darf jeder zu jedem Thema geben. Und das macht es so einfach.


Da auch ADHS-Vereine sich an diesem Markt beteiligen, ist es extrem schwer Gute und Schlechte Angebote auseinander zu halten. Auch muss man selbst die "ADHS-Brille" ablegen, und sich selbst eingestehen, dass man nicht jede Situation und jeden Zufall mit ADHS in Verbindung bringen muss.


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Ratgeber ADHS: Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher zu Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1)


    Kommentare 1

    • Auch Krebs bildet einen zunehmenden Markt. Sollte man alle die damit Geld verdienen als Verbrecher beschimpfen - Betroffenen die Medikament entziehen?


      Soll man der zunehmenden Zahl an Diabetikern die Medikamente entziehen und ihnen sagen, sie sollen sich gefälligst vernünftig ernähren?


      Ja, überall wo Geld verdient werden kann, gibt es Ganoven. Doch unter dem Strich bekommen Betroffene mehr Hilfe.