ADHS kritische Presse kritisch hinterfragt

Ruhigstellung oder Wachmacher? Oder doch Droge?


Besonders Eltern kennen den Vorwurf, sie würden ihre Kinder durch Ritalin oder Medikinet einfach ruhigstellen. Sie würden sich so um die Erziehung ihrer Kinder drücken. Man würde die Kinder manipulieren, um Ruhe vor ihnen zu haben. Oft genug springen Lehrer auf diesen Vorwurfszug auf, und treten dann nochmal so richtig nach – damit es auch ordentlich weh tut.


Selbige Zielgruppe bekommt aber auch anderes Futter präsentiert. So heißt es, Schüler würden sich mit Ritalin aufputschen und lange wachhalten. Sie würden „die Pille“ zur Leistungssteigerung nutzen – und ADHS sei nur ein Vorwand und eine erfundene Krankheit.



Was jetzt? Ruhigstellung oder Aufputschmittel? Entscheidet euch mal bitte …


Auch bei Erwachsenen zeichnet die Presse gerne ein unrealistisches Bild. So sollen Erwachsene Arbeitnehmer Ritalin und Co dafür nutzen, um sich länger und besser konzentrieren zu können. Die „Leistungspille Ritalin“ wird verurteilt. Das es „Doping im Beruf“ gibt, streitet niemand ab. Aber niemand fragt, warum sich Arbeitnehmer entsprechende Medikamente verschaffen. Das verurteilt keiner.


Aber Ritalin, das die Leistung nicht steigert, wird hier gerne mal genommen, weil es jeder kennt. Wobei kennen …? Sagen wir mal lieber, den Namen haben schon viele gehört. Was es wirklich ist, weiß der Arzt und sein Patient. Die Presse ist hier nur ein lästiger Trittbrettfahrer, der eine wehrlose Patientengruppe für sich entdeckt hat – und sie für seine Zwecke missbraucht.


Die Presse behauptet auch gern, dass der Wirkstoff Methylphenidat süchtig mache. Bis heute gibt es jedoch keinen einzigen Fall, dass jemand danach süchtig geworden wäre. Das Gegenteil ist Fakt: Viele vergessen schon mal ihr Ritalin / Medikinet / etc. ... ein wirklich Süchtiger, würde seine Drogen niemals vergessen. Nie. Die Presse interessiert sich hier aber nicht für Fakten.


Die Presse stellt sich oft hin, und behauptet, das "Kinderkoks" führe zu Veränderungen. Nun, ja. Es gibt Veränderungen. Ein ADHS-Kind reagiert auf das Methylphenidat. Es kann sich besser konzentrieren, springt nicht mehr ständig über Tische und Stühle, lässt sich nicht mehr so leicht vom Unterricht ablenken, …. Ja, liebe Presse. Da findet eine Veränderung statt. Eine Veränderung hin zu einem gesunden Kind. Und ihr kritisiert das?



Fakt ist:


Heute Morgen erst hat mich ein Journalist angerufen, und um ein Interview gebeten. Ich gebe schon sehr lange keine Interviews mehr. Er fragt mich daraufhin, ob ich kein Interesse hätte, die Wahrheit an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich fragte zurück, ob er die Wahrheit denn überhaupt vertrage. Er antwortete, dass sich die Wahrheit nicht verkaufen lässt – und legte auf.


So, und jetzt nehme ich eben mein Medikinet Adult. Ich habs heute morgen vergessen, wirklich.



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    Kommentare 1

    • "... Am Ende bleibt die Verbreitung von Vorurteilen durch "die Medien"...."


      Stimmt leider. Sogar promovierte Moderatoren im öffentlich-rechtlichen F reden Blödsinn im TV oder stellen Sachverhalte so einseitig dar, dass es an Lüge grenzt.


      Das stimmt sehr traurig.


      Dass es AD(H)S schon seit tausenden Jahren gibt wird verdrängt. Nur damals sogar Vorteile brachte und in den letzten 300 Jahren jede einzelne Ausprägung ihren Namen bekam, die nur symptomatisch behandelt wurde und nun alle unter dem Oberbegriff zusammen gefasst werden, wird übersehen.


      Auch ich würde nie meinen Namen und mein Gesicht für die Presse her geben. Anonym beraten / berichten, ja. Sofern ich Anspruch auf eine nicht entstellende Aufbereitung habe.