ADHS: Von klugen Lehrern und dummen Eltern

Gedanken zu Medikamente bei ADHS


Ein Zankapfel ist die medikamentöse Behandlung von ADHS durch zum Beispiel Medikinet, Ritalin, etc. Erfahrungsgemäß lehnen Lehrkräfte dies ab. Meist aus ideologischen Gründen, da die Pharmaindustrie vom Grundsatzgedanken des Lehrkörpers einfach böse ist – bzw. böse zu sein hat. Ein anderer Grund für die Ablehnung besteht in der eigenen Meinung zu ADHS – die gewöhnlich in die Richtung der „Modediagnose“ geht – falsch, aber eben eine (unqualifizierte) Meinung.


Geht man von haltlosen Behauptungen und Vorurteilen weg, und hin zur Realität, dann ist es so, dass die Lehrkräfte das ADHS-Kind nicht „im Griff haben. Sie können mit dem Kind nicht umgehen und nicht arbeiten. Als Konsequenz daraus entsteht der Auftrag für die Eltern, das Kind „Beschulbar“ zu machen.


Wir können da jetzt lange drum herumreden. Am Ende ist es so, dass die medikamentöse Therapie durch Methylphenidat welches das Mittel der ersten Wahl ist. Alle anderen therapeutischen Maßnahmen haben Wartezeiten von sechs bis zwölf Monate. Die Schule will aber erfahrungsgemäß eine Änderung per sofort.


Ergreifen „dumme“ Eltern dann diesen Strohhalm, dann sehen sie sich mit vielen Vorwürfen konfrontiert.

  • Ritalin macht süchtig
  • Das Kind wird ruhiggestellt
  • Das Kind muss Drogen nehmen
  • Und so weiter …

So, und jetzt versuch mal, einem „klugen Lehrer“ zu erklären, dass seine Vorwürfe bestenfalls Vorurteile sind, dass er keine Ahnung hat und Falschaussagen auf den Leim gegangen ist.


Der „ach so kluge Lehrer“, der mit meinem Kind nicht zurechtkommt, erklärt mir ein Medikament zur Behandlung von ADHS – und drängt mich als Mutter und Vater erneut in die Erklärungspflicht.



ADHS und die paradoxe Lösung


Klar. Nicht alle Lehrer sind so. Nur so um die 90%. Das ist natürlich nur ein Schätzwert. In den letzten 19 Jahren, also seit 1998, ist die oben beschriebene Situation das „Schema F“. Es läuft immer gleich ab. Lehrer sind unendlich klug, und Eltern sind unendlich dumm. Und in der Realität ist es dann genau anders herum.


Jetzt könnte man natürlich behaupten, dieser Artikel sei Werbung für Ritalin oder Medikinet … ist es nicht. Es ist vielmehr das Paradoxe an der Situation, dass die Schule eine sofortige Änderung einfordert, ohne selbst tätig werden zu müssen – da ADHS-Kinder im Studium offenbar nicht vorkommen. Und die erforderliche Lösung wird dann auch noch kritisiert.


Wenn es eine andere Sofortmaßnahme gäbe … ADHS-Zentrum hätte davon gehört und sich um die Verbreitung der Lösung gekümmert. Ganz sicher.


Um das hier aber nicht zu einseitig aussehen zu lassen, muss man an dieser Stelle sagen, das nicht jedes Kind, welches von ADHS betroffen ist, eine medikamentöse Therapie braucht. Das hängt dann von den individuellen Faktoren ab. Aber diese Fälle tauchen dann eben auch nirgends auf.


Und genau deshalb ist es so wichtig, das bei jenen ADHS-Kindern, bei denen eine medikamentöse Therapie angezeigt ist, dass diese Kinder dann auch die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Ideologische Machtkämpfe und Falschinformationen auf dem Rücken des Kindes auszufechten ist nicht im Interesse des Kindes.



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    Kommentare 1

    • Unser erstes Gespräch mit der Klassenleiterin, die gleichzeitig auch Beratungslehrerin ist, steht noch aus.


      Da wir im Vergleich zu Mitschülern ein weiniger krasser Fall mit einem recht guten Zeugnis sind, rechne ich nicht mit "negativen Wellen".