Direkte Kommunikation bei Kindern mit ADHS

Bereits die Formulierung entscheidet darüber, ob das Kind einer einfachen Anweisung folge leistet - oder eben nicht. Dies lässt sich am besten an einem Beispiel erklären.



Beispiel für falsche Kommunikation bei ADHS


Könnte der junge Mann bitte seine Hausaufgaben machen?


Bereits das erste Wort deutet an, das die Hausaufgaben keine Priorität haben. Denn "könnte" ist eine Frage, welche mehrere Möglichkeiten als Antwort haben kann. Dabei sind ja, nein und vielleicht nur der Anfang.


Die Bezeichnung "junger Mann" kann je nach Tonfall sogar beleidigend wirken. Wer ein ADHS-Kind von "oben herab" anspricht, darf nicht erwarten, dass das Echo positiv ausfällt. Davon abgesehen kann mit "junger Mann" jeder gemeint sein.


"Seine Hausaufgaben" bezeichnen Hausaufgaben von irgendjemanden. Das Kind denkt also, das es gar nicht gemeint ist.


Der Begriff "Hausaufgaben" hat meist einen sehr negativen Touch, der beim Kind automatisch Abwehrmechanismen auslöst.


"Gute" oder zumindest "richtige" Kommunikation ist also gar nicht so einfach. Unser oben genannte Beispielsatz wäre richtig, wenn er lauten würde: "Christian, Du machst jetzt deine Hausaufgaben in deinem Zimmer."


Alle wichtigen Details sind enthalten: Wer ist gemeint? Was soll gemacht werden? Wann soll es gemacht werden? Und wo soll es erledigt werden?



Keine Frage stellen


Wenn Sie als Eltern wollen, das etwas gemacht wird, dann formulieren Sie eine direkte Anweisung. Stellen Sie die Anweisung als Frage in der Möglichkeitsform, so werden Sie höchstwahrscheinlich keinen Erfolg haben.



Der Ton macht die Musik


Die Antennen von Kindern mit ADHS haben seit Geburt ein "Feintuning" im Paket. Diese registrieren und unterscheiden ganz genau zwischen etwas das freundlich, von "oben herab", oder aggressiv gemeint ist.



Nur das wichtigste sagen


ADHS-Kinder leiden an Reizüberflutung. Die meisten wissen am Ende des gesprochenen Satzes schon nicht mehr, was am Anfang des Satzes gesagt wurde. Deshalb sprechen Sie mit ihrem Kind nicht in langen oder in Schachtelsätzen. Viele kurze Sätze sind besser und leichter zu merken.</p> <p>Grundsätzlich gilt: Weniger Worte sorgen für mehr Erfolg.


Und wer sich mit dem Thema Kommunikation näher beschäftigen möchte, dem empfehlen wir, sich mit den Grundlagen der Kommunikationspsychologie zu beschäftigen. Dazu gibt es ein Buch, welches die Grundlagen gut vermittelt, ohne das man dafür studiert haben muss. Das Buch "Miteinander reden" behandelt dabei nicht das Thema ADHS, sondern erklärt Kommunikation und erklärt Störungen. Ein spannendes Buch, das garantiert nicht langweilig ist. Erhältlich ist es zum Beispiel bei Amazon.



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Miteinander reden 1-4: Störungen und Klärungen/Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung/DasInnere Team und situationsgerechte Kommunikation/Fragen und Antworten