ADHS mit Biomarker aufspüren?

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Manchmal ist es so, das man einen Schritt zurückgehen muss, um dann zwei nach vorne gehen zu können. Genau das passiert gerade an der Universität Freiburg. Die dortige Psychologin Jaqueline Esslinger vermutet, das hinter ein banales Stressproblem steht. Konkret sieht sie den Stressregulation außer Kontrolle.


Was sich für informierte Eltern und selbst betroffene Erwachsene als blanker Unsinn anhört, kann dennoch sinnvoll sein. Denn die Studie reiht sich in mehrere Forschungsprojekte ein, welche den Zweck haben sog. Biomarker aufzuspüren, die ADHS-Patienten von gesunden Menschen unterscheiden - und messbar sind. Wäre das erfolgreich, könnte man ADHS zweifelsfrei nachweisen. Die Gewinner wären dann zweifellos die ADHS-Patienten.


In der Schweiz wird ebenfalls geforscht. Andreas Müller, Psychologe in Chur. Müller leitet eine grosse Schweizer Multizenterstudie der Gehirn- und Traumastiftung Graubünden/Schweiz. Die Studie wurde vor rund einem Jahr abgeschlossen, und es liegen erste Ergebnisse vor. Demnach soll ein möglicher Biomarker im EEG zu finden sein. D.h., das der Forscher Unterschiede zwischen "ADHS-Gehirnströmen" und "gesunden Hirnströmen" gefunden haben will. Ein weitere möglicher Biomarker, der noch genauer angeschaut werden muss.


Es gibt aber auch kritische Stimmen zum Thema "Biomarker bei ADHS". So kritisiert Oskar Jenni, Kinderarzt und Leiter der Abteilung Entwicklungspädiatrie des Kinderspitals Zürich, diese Forschung. Die vergangene Forschung hat nämlich gezeigt, das es sich um ein neurobiologisches Problem handelt. Man spricht also von einer Störung der Hirnfunktion.


Was ist ADHS?