ADHS-Zentrum       Impressum     Nutzungsbedingungen     Datenschutz
ADHS-Zentrum ADHS-Zentrum: News Allgemeine Informationen zum Thema ADHS ADHS bei Kindern ADHS bei Jugendlichen ADHS bei jungen Erwachsenen ADHS Downloads
ADHS bei Erwachsenen Informationen zum Thema ADHS für Pädagogen (Lehrer / Erzieher) ADHS und Recht Stellungnahmen in Bezug auf ADHS Kritik an ADHS Forum ADHS-Zentrum durchsuchen

myToys.de - Einfach alles für Ihr Kind

  Buchtiptip
Wie Kinder heute lernen: Was die Wissenschaft über das kindliche Gehirn weiß - Das Handbuch für den Schulerfolg

Wie Kinder heute lernen:

Was die Wissenschaft über das kindliche Gehirn weiß - Das Handbuch für den Schulerfolg

zu amazon.de

 

  ADHS-Zentrum als App

ADHS-Zentrum als App für das Windows Phone

Aktuelle Artikel und Inhalte von ADHS-Zentrum mit unserer App abrufen

zum Marketplace von Windows Phone


Eltern-Zentrum

Familienpolitik, Kinder- und Elternthemen

www.eltern-zentrum.de


Enuresis-Zentrum

Bettnässen bei Kindern? Hier gibt es Hilfe und Tips

enuresis-zentrum.de


negteit

Eltern-Zentrum ist ein Projekt von negteit

www.negteit.de

 

  
ADHS bei Kindern

Was muss ich bei der Gabe von Methylphenidat (z.B. Ritalin; Medikinet) als Lehrer / Pädagoge in der Schule beachten?

Bei einigen ADHS-Kindern ist es erforderlich, das Lehrkräfte - bzw. Pädagogen allgemein - damit betraut werden, das sie den betroffenen Kindern das Medikament (z.B. Medikinet, Ritalin, Concerta, o.ä.) pünktlich verabreichen.

Notiz: Der Artikel ist auch wichtig bei Klassenfahrten, Übernachtungen außerhalb mit der Schule oder dem Kindergarten, Schullandheim, Abschlußfahrt, und so weiter.

Grundsätzlich sollte dies kein Problem sein. Doch so einfach dieser Weg scheint ist er bei weitem nicht. Denn Lehrkräfte dürfen dem Gesetz nach keine Medikamente geben. Tun sie es doch, sind sie auch in Haftung zu nehmen, wenn etwas passiert. Die Rechtslage verbietet es Pädagogen den Kindern Medikamente zu geben.

Alle Methylphenidathaltige Medikamente fallen unter das Betäubungsmittelgesetz (BtmG). Dies verschärft die Situation nochmals in erheblichem Umfang. Insbesondere dann, wenn etwas passiert.

Kein Lehrer oder Erzieher sollte deshalb leichtfertig mit dem Thema umgehen!

Im Worst Case (= schlimmster anzunehmender Fall) verteilt das ADHS-Kind die Tabletten in der Klasse oder auf dem Schulhof. Solche Fälle hat es bereits gegeben – nur spricht niemand gern darüber.

Natürlich möchte man als Lehrerin oder Erzieherin den Eltern entgegen kommen und die Gabe des Medikamentes übernehmen. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, dass Sie sich selbst absichern. Der Selbstschutz muss bei Ihnen oberste Priorität haben.

 

Was ist die beste Vorgehensweise?

Zunächst mal stellt sich die Frage, warum die Eltern kein Retard-Präparat für die Schulzeit verwenden. Ein Retard-Präparat wird einmal morgens vor der Schule gegeben, und dann reicht es im Allgemeinen für die ganze Schulzeit pro Tag. Eine weitere Gabe ist nicht nötig, und Sie als Pädagoge müssen keine Risiken eingehen. Die Verantwortung liegt allein bei den Eltern und dem behandelnden Arzt.

Mögliche Medikamente sind:

  • Medikinet Retard
  • Ritalin Retard
  • Etc.

Klären Sie ab, warum die Eltern, bzw. der Arzt, keine Langzeitwirkende Medikamente einsetzen.

 

Wenn eine Behandlung mit Retard-Präparaten nicht möglich ist

Ist eine Behandlung mit Langzeitpräparaten wirklich nicht möglich, und es stellt sich heraus, das Sie als Pädagoge die Medikamentengabe in der Schule übernehmen, dann achten Sie auf folgende wichtige Punkte:

Die Medikamente werden nicht vom Kind in der Schultasche herumgetragen. Die Eltern sollen das Medikament persönlich in der Schule abgeben, damit die Medikamente niemals in Kinderhände kommen. Die Kinder dürfen auf keinen Fall der Überbringer sein, damit sichergestellt werden kann, das alle Tabletten auch in der Schule ankommen, und nicht unterwegs verteilt werden können. Vertrauen ist gut, aber in diesem Fall fehl am Platz.

Die Eltern sollen Ihnen eine begrenzte Anzahl an Tabletten geben. Beispielsweise für eine Woche oder für zwei Wochen. Legen Sie in der Schule kein Tablettendepot an.

Führen Sie ganz genau Buch, wie viele Tabletten von welchem Medikament haben Sie von den Eltern überreicht bekommen, wann hat das Kind sein Medikament erhalten hat. Mit Datum, Uhrzeit und Unterschrift. Bei Tablettenübergabe bitte mit Unterschrift der Eltern.

Legen Sie am besten eine Lehrkraft fest, die sich um diese Angelegenheit kümmert – und sonst niemand. Alternativ kann dies auch das Sekretariat ausführen. Interne Lösungen sind also grundsätzlich möglich, aber „zu viele Köche verderben den Brei“. Ein oder zwei Verantwortliche reichen aus. Ideal wäre für so etwas eine Schulschwester.

Treffen Sie Sicherheitsmaßnahmen, dass niemand an die Tabletten heran kommt, außer jenen ausgewählten Personen. Ein abschließbarer Medizinschrank ist hier die beste Lösung.

Beschriften Sie die Medikamente unbedingt. Für welches Kind ist es, und wann wird es gegeben. Auch wenn mehrere ADHS-Kinder in der Schule das gleiche Medikament bekommen, dann geben sie „Kind A“ keine Tabletten von „Kind B“.

Kontrollieren Sie die Einnahme. Geben Sie die Tablette nicht einfach dem Kind in die Hand. Sondern achten Sie genau darauf, dass das Kind die Tablette auch wirklich in den Mund gesteckt und runtergeschluckt hat. Geben Sie Tablette auf keinen Fall einfach in die Hand des Kindes, und schicken es dann in die Pause oder in den Unterricht. Kontrolle ist hier Pflicht!

 

Lassen Sie sich von den Eltern folgendes schriftlich geben:

  • Wie heißt das Medikament ganz genau? Schreiben Sie am besten die PZN mit dazu auf (PZN = Pharmazentralnummer). Auf jeder Schachtel eines Medikaments ist die PZN zu finden.
  • Wann muss das Medikament dem ADHS-Kind gegeben werden?
  • Wie viel muss dem Kind gegeben werden?
  • Wie muss das Medikament gegeben werden (Mit Wasser oder Saft? Fragen Sie nach Allergien.)
  • Adresse und Telefonnummer des behandelnden Arztes / Notfallnummer des Arztes
  • Telefonnummer von beiden Elternteilen (Achten Sie darauf, dass Sie beide Elternteile IMMER erreichen können!). Schreiben Sie sich auch die genaue Adresse der Arbeitgeber auf. Rechnen Sie mit dem Notfall und treffen Sie dafür Vorkehrungen.

 

Haftungsausschluss (und das jetzt sehr wichtig!!)

Lassen Sie sich unbedingt von jeglicher Haftung durch die Eltern, als auch durch den verschreibenden Arzt freistellen.

Ein Formloses Schreiben ist dafür gewöhnlich ausreichend. Es muss nur unmissverständlich klargestellt werden, dass Sie als Lehrkraft von jeglicher Haftung freigestellt werden.

Das Schreiben muss folgende Informationen beinhalten:

  • Name, Geburtsdatum und Wohnort des Kindes und der Eltern
  • Ausdrückliche Aufforderung der Eltern, dass die Medikamentengabe durch die Schule erfolgen soll.
  • Wie sind die Eltern zu erreichen
  • Was ist im Notfall zu tun?
  • Aufgabe des Lehrers (welches Medikament zu welchen Zeiten und in welcher Menge)

Am Ende muss unbedingt eindeutig festgestellt werden, dass die Lehrer, bzw. die beauftragte Person, von jeglicher Haftung bzgl. der Gabe und allen möglichen Folgen nach der Einnahme des Medikaments ausgeschlossen wird.

Bei Fragen, Ergänzungen oder Anregungen bitte an c.tietgen@adhs-zentrum.de wenden.

Stand 09/11

Download:

Diesen Artikel als pdf-Dokument herunterladen

Weiterführende Artikel
  1. Medikamente in der Schule
    1. Medikamentengabe in der Schule
    2. Medikamenteneinnahme in der Schule
   
 Anzeigen (Amazon)
ADHS bei Klein- und Vorschulkindern ADHS bei Klein- und Vorschulkindern

 

ADS - Eltern als Coach: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS - Eltern als Coach: Aufmerksamkeits-defizitsyndrom. Ein praktisches Workbook für Eltern

 

Lernen mit ADS-Kindern Lernen mit ADS-Kindern: Ein Praxisbuch für Eltern, Lehrer und Therapeuten: Ein Praxishandbuch für Eltern, Lehrer und Therapeuten

 

Jetzt reden wir!: Diagnose AD(H)S und was die Kinder wirklich fühlen Jetzt reden wir!: Diagnose AD(H)S und was die Kinder wirklich fühlen

 

A. D. S. ( ADS). Das Erwachsenen-Buch A. D. S. ( ADS). Das Erwachsenen-Buch: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Neue Konzentrations- und Organisations-Hilfen für Ihr Berufs- und Privatleben. ... Das Opti-Mind-Konzept für ADS-Erwachsene

 

ADHS bei Erwachsenen. Betroffene berichten aus ihrem Leben ADHS bei Erwachsenen. Betroffene berichten aus ihrem Leben

 

Aufmerksamkeitsprobleme und ADHS "Komm, das schaffst Du!" Aufmerksamkeitsprobleme und ADHS: Ergotherpeutische Alltagshilfen für mehr / Konzentration / Selbstständigkeit / Selbstvertrauen
  ADHS-Zentrum Impressum    Nutzungsbedingungen    Datenschutz  
ADHS-Zentrum ADHS-Zentrum: News Allgemeine Informationen zum Thema ADHS ADHS bei Kindern ADHS bei Jugendlichen ADHS bei jungen Erwachsenen ADHS Downloads
ADHS bei Erwachsenen Informationen zum Thema ADHS für Pädagogen (Lehrer / Erzieher) ADHS und Recht Stellungnahmen in Bezug auf ADHS Kritik an ADHS Forum ADHS-Zentrum durchsuchen
Impressum  |   Nutzungsbedingungen und Datenschutz