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ADHS bei Kindern

Bewegung als Teil der Therapie – oder einfach nur spielen?

Bewegung ist gesund und hält fit. Das gilt natürlich auch bei Kindern und Erwachsenen, welche vom ADHS betroffen sind. Und so ist im Großteil der ADHS-Literatur zu lesen, dass man als Eltern sein Kind die Möglichkeit zur körperlichen Bewegung geben soll. Forscht man in ADHS-Selbsthilfegruppen oder einschlägigen ADHS-Foren weiter, so erkennt man schnell, dass viele einem dazu raten, sein Kind in Sportvereinen und dergleichen anzumelden und hin zu schicken.

Neben der Bewegung erwarten sich die Eltern vom Vereinsleben noch weitere positive Aspekte. So sollen die ADHS-Kinder lernen sich in Gruppen einzuordnen und Regeln zu befolgen. Ziel ist es also, dass die Kinder ihre Sozialkompetenz verbessern.

Auf den ersten Blick klingt das alles auch plausibel und empfehlenswert. Jedoch gibt es hier auch die Kehrseite der Medaille. Denn heute haben wir die Situation, dass die meisten Kinder - nicht nur Kinder mit ADHS - bereits in der Grundschule einen Stundenplan haben, welcher dem eines Managers durchaus ähnlich ist. Das gilt im Besonderen für Deutschlands Bildungshochburgen Bayern und Baden-Württemberg. Der Unterricht beschränkt sich nicht nur auf ein paar Stunden am Vormittag, sondern er nimmt den Nachmittag bis 16Uhr oder sogar noch später in Beschlag. An weiterführenden Schulen ist der Nachmittag dann seitens der Schule ebenfalls hoffnungslos ausgebucht.

Bildung findet aber nicht nur in der Schule statt. Auch der Therapeut allein bildet nicht weiter. Sportvereine sind nicht falsch, aber auch sie haben deutliche Grenzen. Und es gibt auch einen Unterschied zwischen "spielerisch lernen" und dem eigentlichen Spielen.

Und genau darum geht es: ADHS-Kinder müssen spielen dürfen. Spielen ohne pädagogisches oder bildendes Ziel. Nichts ist so wichtig wie das freie Spielen zu Hause oder draußen. In unserem gesellschaftlichen Bildungswahn kommt das Spielen viel zu kurz. "Einfach nur spielen" kennt heute kaum noch jemand. Dabei ist genau das so wichtig. Denn nur während das Kind frei spielt, kann es gelerntes umsetzen und verinnerlichen.

Es gibt Dinge, die sind mit einer Therapie oder einem Arztbesuch nicht getan. Einfach nur spielen gehört dazu. Und so etwas steht leider in keinem ADHS-Buch für Eltern. Denn selbst in der Fachliteratur und Elternratgebern kommt "einfach nur spielen" überhaupt nicht vor.

Lassen Sie ihr Kind häufiger Kind sein. Lassen Sie es spielen. Nach seinen Regeln und Wünschen. Auch wenn die Regeln vielleicht falsch sind. Spielen Sie mit. Es ist egal.

Weil spielen so einfach ist - auch mit ADHS.

 

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