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§§ Recht

§35a SGB 8 - Eingliederungshilfe

Auswahl der Hilfe

Jugendamtsmitarbeiter, Klienten und die anderen beteiligten Fachleute werden im Anschluss an die rechtliche Bewertung miteinander überlegen, welche Zielsetzungen im weiteren verfolgt werden sollen. Im nächsten Schritt gilt es, gemeinsam herauszufinden, welche Art der Hilfe die größte Chance auf Erreichung des Ziels bietet, also „geeignet“ im Sinne von §35a SGB8 (KJHG). Bei der Bestimmung der Aufgaben und Ziele der Hilfe und der auszuwählenden Maßnahmen sind die Vorgaben der §§39 und 40 BSHG zu berücksichtigen. Danach soll die Hilfe dazu beitragen, psychisch behinderten jungen Menschen ein möglichst selbstständiges Leben in der sozialen Gemeinschaft zu erschließen, indem ihre Behinderung so weit wie möglich gemildert, kompensiert oder – besser noch – ihrer Entstehung vorgebeugt wird.

Insbesondere gilt es, vorhandene Fähigkeiten zu fördern, um subjektiv erlebte Beeinträchtigungen auszugleichen (Lempp, 1994) Folglich müssen die Lebens- und Entwicklungsbedingungen des jungen Menschen so gestaltet werden, dass Kontakte und Freundschaften zu Gleichaltrigen möglich werden, dass die Persönlichkeitsentwicklung gefördert, die schulische und berufliche Ausbildung gesichert und ein adäquates Unterkommen in der Arbeitswelt erleichtert wird.

Ist zusätzlich Hilfe zur Erziehung zu bewilligen, so sollte diese nach Möglichkeiten mit der Eingliederungshilfe abgestimmt werden (§35a Abs.2 Satz1 SGB8 (KJHG). Wie Lemp (1994) zu Recht konstatiert, lassen sich in der praktischen Erziehung seelisch behinderter Kinder und Jugendlicher psychotherapeutische, rehabilitative, pädagogische und sozialpädagogische Maßnahmen nicht voneinander trennen. Gesucht werden muss, unabhängig von Zuständigkeitsregelungen, für jeden jungen Menschen nach derjenigen Kombination von Hilfen, die die beste Förderung seiner Entwicklung verspricht. Seine Perspektive gilt es aufzunehmen bei der Zusammenstellung der geeigneten Maßnahmen.

Gelingende Jugendhilfe vollzieht sich nicht als additive Reihung arbeitsteilig erbrachter unabhängiger Einzeldienstleistungen seitens wechselseitig „gleichgültig“ agierender Institutionen. Die Lage ist – wenn dieser Vergleich erlaubt ist – nicht so wie im Selbstbedienungsrestaurant, wo sich der Gast aus einem reichhaltigen Angebot eine komplette Mahlzeit zusammenstellt – mag sie ihm nun bekommen oder nicht. Viel eher haben wir es gleichsam mit einer Diätküche zu tun, die dem Klienten in sorgfältiger Abstimmung aller Einzelzutaten ein Gericht offeriert, das in seiner ab- und ausgewogenen Zusammenstellung eine auf seinen spezifischen Ernährungsbedarf abgestellte Gesamtkomposition bietet. Unter dem Gesichtspunkt der Integration des jungen Menschen in ein möglichst „normales“ Umfeld sind dabei die Jugendhilfeleistungen nach §§28 bis 35 KJHG grundsätzlich speziell geschaffenen „Eingliederungshilfeleistungen“ vorzuziehen (Fegert, 1995). Jedoch darf diese Beschränkung nicht so weit gehen, dass auf die kreative Schaffung individuell zugeschnittener Lösung verzichtet würde. Die Leistungen der Jugendhilfe werden sich selten allein auf die Kinder beschränken können. Gerade auch ihre Angehörigen müssen in der Regel mit großen Sorgen, Ängsten, Enttäuschungen und Beeinträchtigungen ihres berufs- und Familienlebens fertig werden. Die Familien brauchen ein flexibles Hilfeangebot zur Erleichterung ihres Alltags (wie z.B. Sozialpädagogische Familienhilfe), konkrete Entlastung von der Alleinverantwortung für ihr behindertes Kind (z.B. durch Tagespflege) oder Gespräche und Beratung in Krisensituationen (z.B. Erziehungsberatung).

Wenn in Phase 3 dann schließlich die Hilfe erbracht wird, geht die fachliche Gewährleistung des Hilfeprozesses auf die Leistungserbringende Stelle über. Die rechtliche Verantwortung bleibt aber beim Jugendamt als der Verwaltungsbehörde, die die Hilfe genehmigt hat (Maas, 1992, 1993). Der mit der Hilfeerbringung in Gang gesetzte Änderungsprozess muss wiederum kontinuierlich diagnostisch begleitet werden, um Art und Ausmaß der Veränderungen erkennen und über Fortführung oder Beendigung der Hilfe entscheiden zu können. Je nach dem Ergebnis dieses Evaluationsprozesses und in Abhängigkeit vom Willen des Antragstellers entscheidet das Jugendamt über die Fortführung oder Beendigung der Hilfe.

 

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