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ADHS GdB: Wie werde ich den Behindertenstatus wieder los?

Wer Aufgrund von ADHS einen „Grad der Behinderung“ zuerkannt bekommen hat, erfreut sich des einen oder anderen Vorteils. Genau genommen handelt es sich eigentlich nicht um Vorteile, sondern um eine Möglichkeit, Nachteile auszugleichen. Man spricht also vom „Nachteilsausgleich“.

 

Wie bekomme ich den GdB aberkannt?

Manchmal macht es Sinn, diesen Nachteilsausgleich für sich selbst abzuschaffen. Da der Grad der Behinderung aber so etwas Ähnliches wie „lebenslang“ bedeutet, ist es gar nicht so leicht, den GdB ( Grad der Behinderung / Behinderungsgrad ) wieder abzulegen.

Wir müssen hier jedoch zwischen zwei Arten vom amtlichen Bescheid über den GdB unterscheiden. Der eine wird von Amts wegen her nach einer bestimmten Frist erneut geprüft. Der andere wird unbefristet erteilt, und gilt somit ohne Prüfung ein Leben lang – da es hier keine Aussicht auf Besserung gibt.

Im ersten Fall, also ein Bescheid, der nach einer bestimmten Zeit erneut geprüft wird, ist es relativ einfach, den GdB wieder los zu werden. Es reicht nämlich, wenn bei der erneuten Feststellung der Sachlage ein (meist der behandelnde) Arzt bescheinigt, dass es in allen Lebenslagen keine Einschränkungen (mehr) gibt. Damit ist Fall dann auch abgeschlossen.

Ist der Bescheid unbefristet, dann ist das Prozedere ganz ähnlich. Man kann den GdB durch das zuständige Versorgungsamt erneut prüfen lassen. Gewöhnlich reicht es, wenn der Betroffene einen formlosen Antrag zur erneuten Prüfung einschickt. Bei dieser Überprüfung muss dann lediglich herauskommen, dass der GdB aberkannt werden kann. D.h. es muss festgestellt werden, dass es in allen Lebenslagen keine Einschränkungen mehr gibt.

Aber egal, welchen der beiden Fälle man angehen muss: Die Sache bedarf einer guten Vorbereitung. Denn man kann sich nicht selbst den GdB aberkennen lassen. Dazu braucht man den behandelnden Arzt, der dem Versorgungsamt gegenüber die entsprechende Feststellung mitteilen kann. Der von ADHS betroffene Patient sollte seinen Arzt also auf genau diesen Vorgang auch vorbereiten. Einschließlich seiner persönlichen Beweggründe.

 

Und wenn sich wieder etwas verschlechtert?

ADHS kann besser werden, und es kann schlechter werden. Wer also den Grad der Behinderung später wiederhaben will, der muss auch gute Gründe vorbringen, warum jetzt wieder ein Behindertenstatus gerechtfertigt ist. Eine Aberkennung bedeutet also nicht, dass man ihn nicht wiederbekommen kann.

 

Ist eine Aberkennung sinnvoll?

Eine ganz wichtige Frage ist natürlich, ob die Aberkennung des Behindertenstatuses sinnvoll ist. Arbeitgeber schrecken heute schon längst nicht mehr davor zurück, Menschen mit Behinderung auszubilden oder zu beschäftigen. Die Gründe dazu sind vielfältig. Darunter sind zum Beispiel Förderungen vom Arbeitsamt (bei Eingliederungsmaßnahmen), Quotenerfüllung, und so weiter. Ein GdB bei ADHS kann also durchaus eine Win-Win-Situation sein.

Für den Betroffenen sichert der GdB u.U. mal den Arbeitsplatz. Wir sprechen hier von einem besonderen Kündigungsschutz. Ferner gibt es Vorteile bei der Einkommenssteuer. Auch ist es für Menschen mit GdB einfacher, berufliche Fortbildungen vom Arbeitsamt finanzieren zu lassen. Dies gilt im Besonderen, wenn der Arbeitsplatz dadurch erhalten werden kann.

Aber auch für Kinder spielt der GdB in Bezug auf ADHS eine große Rolle. Integrationsgruppem im Kindergarten. Integrationsplätze in der Mittagsbetreuung. Integrationshelfer und so weiter. Es gibt eine ganze Reihe an Hilfen, welche das Kind in Anspruch nehmen kann - und soll! Das kann bis zur Finanzierung von Privatschulen gehen, wenn dies als erforderlich erachtet wird.

 


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Was raten wir?

ADHS-Zentrum empfiehlt stets, den einmal anerkannten GdB nicht wieder abzulegen, da die Vorteile einfach überwiegen. Und allen, welche ADHS haben, raten wir, den GdB zu beantragen. Auch wenn es das eigene Ego vielleicht nicht so gerne hört, aber ADHS ist eine Behinderung. Und darum sind die ADHS-Patienten gut beraten, wenn sie ihre Nachteile durch die gesetzlichen Möglichkeiten und Unterstützungsangebote ausgleichen.

 

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