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Internatsunterbringung kann bei ADHS einen Mehrbedarf des Unterhalts begründen

Bei getrennten Paaren tauchen (leider) sehr oft Probleme auf. Besonders dann, wenn es um Geld, Unterhalt und Recht geht. Die leidtragenden sind immer die Kinder.

Kann ich von meinem "Ex-Partner" verlangen, dass er sich an den Kosten einer Internatsunterbringung beteiligt?

Grundsätzlich gesehen "ja"

Bei Internatskosten handelt es sich um einen sog. "Mehrbedarf". Das ist der Teil des Lebensbedarfs, welcher regelmäßig anfällt und nicht von normalen Regelsätzen erfasst wird. Er fällt neben dem normalen Unterhalt und muss von dem Elternteil bei dem das Kind lebt schriftlich beantragen. Wichtig ist, das der Mehrbedarf geltend gemacht wird, bevor das Kind das Internat besucht, bzw. mit dem Internat Verträge gemacht werden.

 

Eine sehr wichtige Frage muss allerdings beantwortet werden: Ist der Mehrbedarf berechtigt?

Ist das Kind von ADHS betroffen gibt es für die Beantwortung zwei gute Argumente:

  • Krankheitsbedingter Mehrbedarf zusätzlich zum Unterhalt, wobei die Krankheit anerkannt und nachgewiesen werden muss (z.B. Kinderpsychiatrisches Gutachten)
  • Außerdem spielen Lern- und Erziehungsschwierigkeiten eine erhebliche Rolle

Weitere Argumente für den Mehrbedarf müssen im Einzelfall unbedingt vor der Geltendmachung geklärt werden

.

Ein Mehrbedarf besteht jedoch nicht, wenn das Elternteil, bei dem das Kind lebt, einen Internatsplatz haben will, damit es selbst arbeiten gehen kann. Eine gute Argumentation ist also von entscheidender Bedeutung.

Wichtig ist außerdem auch, wer das Sorgerecht hat. Denn beim gemeinsamen Sorgerecht kann das einzelne Elternteil nicht alleine entscheiden, ob ein Schulwechsel nötig ist. Es bedarf die Zustimmung für einen Schulwechsel von beiden Elternteilen. Ausnahme: Wenn ein Elternteil sich quer stellt um sich quer zu stellen, gibt es Möglichkeiten die nötigen Unterschriften durch ein Gericht einzuholen.

Hinweis für Eltern: Ein Schulwechsel ist für ein Kind von großer Bedeutung. Es wird aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen und in eine andere hineingeführt. Gerade auch bei ADHS sollte dieser Schritt vorher gut überlegt sein und mit dem Kind soweit wie möglich (Alter des Kindes) besprochen werden.

 

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