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Frohe Weihnachten 2013

Weihnachten findet jedes Jahr statt. Jedes Jahr stehen wir vor derselben Scheiße. Und so war es natürlich auch dieses Jahr. Und offen gesagt: Ich hatte nichts anderes erwartet. Weihnachten ist für uns der alljährliche Alptraum. Uns, das sind meine Frau, meine zwei Söhne im Alter von acht und Zwölf und natürlich ich selbst.

Wie jedes Jahr zu Weihnachten machen wir uns gerade fertig. Wir fahren zu meinen "geliebten" Schwiegereltern. Meine Frau packt gerade die Koffer. Nun, das ist vielleicht etwas übertrieben. Sie packt die "Sonntagskleidung" unserer Kinder in eine Tasche. Denn für das alljährliche Familienfoto sollen sie gut angezogen sein. Aber bis es soweit ist, bleiben sie in ihren normalen Tagesklamotten. Denn da kommt es auf einen Fleck mehr oder weniger nicht an. Kochwäsche.

Als wir dann endlich alle vier im Auto saßen, und ich den Motor startete, lagen unsere Nerven schon blank. Meine Frau erwartet jetzt von mir, das ich höflich, zuvorkommend und so weiter bin. Naja, es wird anders kommen - so wie jedes Jahr. Sie wusste das natürlich genau so gut wie ich.

Eine Stunde später kamen wir an. Mit einem gequälten Lächeln begrüßte ich die Eltern meiner Frau. Unsere beiden Jungs grüßten nicht. Der kleine musste dringend auf die Toilette und der große ist nicht mehr in dem Alter, in dem Kinder das abknutschen der Großeltern freiwillig ertragen. Das gab dann auch den ersten bösen Blick. Und natürlich war ich Schuld. Mir war das aber egal. Ich stand hier völlig hinter meinen Buben.

Meine Frau versuchte ab der ersten Sekunde zu retten, was noch zu retten war. Wir haben uns im Eßzimmer verteilt. Wir redeten über belangloses Zeug. Es ist der übliche Auftakt zu den Streitgesprächen. Und als der Bruder meiner Frau samt Anhang ankam, wurde es bald Zeit für das Abendmahl.

Wie gewöhnlich hatten unsere beiden Söhne Schwierigkeiten die Keule zu zerlegen. Bratenspritzer zierten bald den Tisch. Aber den echten Startschuss gab unser Sohn - der achtjährige. Er wollte nach der Fanta greifen, und warf ein Glas um. Um den Schaden zu begrenzen wurde es hektisch. Zuerst versuchte meine Schwager in aller Eile mit Servietten die Lage in den Griff zu bekommen. Die Hektik war ansteckend. Denn unser Sohn hatte durch die Keule fettige Finger und konnte die schwere Fantaflasche nicht festhalten. Sie rutschte natürlich aus der Hand und ihr Inhalt verteilte sich zusätzlich über den Tisch. Er schrie um Hilfe, als würde er gleich ertrinken. Mein Schwager und seine Frau fluchten unschön.

Unser großer Sohn spielte offenbar mit dem Messer und der Keule. Gerade als er sie das vierte mal abgestochen hatte, fragte ich ihn, ob er die Keule nicht langsam mal essen wolle - Tod sei sie schließlich schon. Darauf antwortete er, das die Keule zum Kotzen sei. Er fragte mich zurück, ob er sich ein Toast machen dürfe. Meine Schwiegermutter war zutiefst gekränkt und wütend zugleich. Und schon hatten wir das nächste Streitgespräch. Unser großer Sohn ist kaum aufzuhalten, wenn er erstmal Fahrt aufgenommen hat. Oma vs. Enkel. Der Enkel gewinnt. Da war ich sicher.

Unser kleiner Sohn fuhr gerade mit einem Spielzeugauto auf seinem Teller durch die Soße und sagte "So eine Scheiße hier. Der Schlamm kommt von Oma.". Er verdrehte die Augen, ließ das Auto los ... es war so ein Auto zum aufziehen. Und so flitzte es über den Teller hinaus direkt ins Weinglas vom Opa. Ich musste so lachen - ich konnte nicht mehr!

Unser großer Sohn hatte inzwischen die Initiative ergriffen und durchsuchte den Kühlschrank nach Essbahren. Das wussten wir aber erst, als mein Schwiegervater durch das ganz Haus brüllte "Spinnst Du?!". Unser Sohn erschreckte sich derart, das er zu heulen anfing und seinen Opa ein "Arschloch" nannte. Bis ich zur Küche kam, schoß mein Sohn an mir vorbei, hielt auf meiner Höhe kurz inne und sagte in bestimmenden Tonfall "Papa! Können wir bitte nach Hause fahren?".

Ich sagte nichts und ging zielstrebig in die Küche. Er hatte den Inhalt des Kühlschranks fein säuberlich auf dem Küchentisch ausgebreitet. Ein kurzer Blick reichte mir, um zu verstehen. Es war nichts im Kühlschrank, was er kannte. Also auch nichts, das er sich aufs Brot machen konnte. Und um den Überblick zu behalten, räumte er Fach für Fach aus. Ich öffnete das Eisfach und holte für meine beiden Helden Eis heraus.

Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, sah ich, das meine Frau und ihre Mutter inzwischen damit begonnen hatten, den Tisch abzuräumen. Ich brachte meinen Söhnen das Eis - die sichtlich darüber erfreut waren, endlich etwas zu Essen zu bekommen. Unser kleiner Sohn hatte aber plötzlich gar keinen Hunger mehr und wollte den Weihnachtsbaum angucken. Dabei viel eine Christbaumkugel runter, die er natürlich nie angelangt hatte. Und bei unserem großen Sohn hatte das ganze Gesicht beim Eis mitgegessen.

Das war dann auch der Auslöser, um über wichtige Erziehungsfragen zu diskutieren. Ich zog es vor, unserem großen Sohn beim Waschen zu helfen. Ich hörte nur noch, das wir härter durchgreifen müssten. Ich versuchte entspannt zu bleiben und fragte meinen Sohn, ob er sich auch alleine waschen könnte. Ich müsse Mama helfen. Er sagte, er sei kein Baby mehr und war weg.

Da saßen jetzt vier Erwachsene um meine Frau herum, und trommelten ihr ins Gehirn, sie sei eine schlechte Mutter. Unsere Kinder wären schlecht erzogen, ihr Mann ein Versager und überhaupt sollten wir unseren Kindern ab und zu mal eine Ohrfeige geben. Das hätte noch keinem geschadet.

Ich holte gerade Luft, als unser großer Sohn angestürmt kam und total in Panik war. Er wollte das nicht, und es sei keine Absicht gewesen, und so weiter. Ich legte meine rechte Hand auf seine linke Schulter und sagte "Beruhige dich. Was ist denn los?". Er war den Tränen nahe - was nichts gutes hieß.

Kurze Zeit später stellte sich heraus, das der Rasierschaum auf dem Waschbecken stand. Unser Sohn dachte es sei Seife, die so komisch rieche, weil sie schlecht geworden sei. Das es sich um Rasierschaum handelte, merkte er erst, als die Dose leer gesprüht war. Für meinen Schwiegervater war das zu viel. Er polterte irgendwas vor sich hin, als er zielstrebig das Bad aufsuchte.

Kurz darauf konnten wir uns dann anhören, wie schlecht wir unsere Kinder erzogen hätten. Meine Frau bekam dann noch ein Buch geschenkt, dessen Titel ich schon nicht mehr hörte. Ich hatte keine Lust mehr auf diesen Scheiß. Ich war mit meinen Gedanken gerade alleine, als mein Schwager meinte "Hättet ihr nicht verhüten können?".

Das brachte dann das Fass zum überlaufen. Ich trat vor meine Jungs und sagte "In 60 Sekunden seit ihr mit euren Sachen im Auto. Wir fahren zu McDonald`s. Da gibt es was zu essen." Es dauerte nicht mal 30 Sekunden, da waren unsere Kinder im Auto - abfahrtbereit versteht sich.

Alle im Raum hielten die Luft an. Doch ich nutzte die Stille und sagte: "Nächstes Jahr kommt ihr zu uns. Und dann zeigen wir euch, was wir unter einem Familienfest verstehen. Dazu gehört kindgerechtes Essen, altersgerechte Beschäftigung und vor allem Bewegungsfreiheit für die Kinder in einer gewohnten Umgebung."

Später sagte mir meine Frau, das sie stolz auf ihre drei Männer sei.

Natürlich kann man nicht alles auf ADHS schieben. Das machen wir auch nicht. Aber wir haben auch keine Lust, uns an einem Familienfest ständig zu erklären und uns für alles und darüber hinaus zu rechtfertigen.

Außerdem: Wenn unsere Kinder mit dem Essen fertig sind, dann dürfen sie aufstehen. Wenn sie etwas nicht mögen, dann müssen sie das auch nicht essen. Und wenn unsere Kinder einen Fehler oder etwas falsch gemacht haben, dann reden wir darüber und poltern nicht rum wie eine besengte Sau!

Ist es zu viel verlangt, das Großeltern oder Verwandte mal für eine Sekunde an der entscheidenden Stelle ihre Drecksschnautze halten? Und dieses Klugscheißern - von wegen was wir alles in der Erziehung falsch machen - darf gerne mal ein Ende finden!

 


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Und jetzt können diese ganzen Vollidioten, die meinen ADHS gäbe es nicht, mal die selbstgerechte Fresse halten.

Es ist immer leicht andere zu korrigieren, ihnen aufzuzeigen wie man was macht, gutgemeinte Tips verteilen oder auf irgendwelche fachliche Fakten hinweisen. Das alles ist blanker Fucking Bullshit. Und diese selbsternannten Experten sind bestenfalls Heuchler, die meistens noch nicht mal selbst Kinder haben.

Wir fahren jetzt zu McDonald`s.

 

   
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