ADHS-Zentrum ADHS-Zentrum App für Windows 10   Beschwerdestelle   Impressum   Datenschutz

Social

    Board    Twitter    Facebook     Google+

    ADHS-Zentrum

      News

      ADHS

      Kinder

      Jugendliche

      junge Erwachsene

      Erwachsene

      Familie

      Pädagogen

      Recht

      Stellungnahmen

      Kritik

  

 

ADHS-Zentrum mit Google durchsuchen

 

 Aktuelle Meldungen zum Thema ADHS

Was nicht passt, wird passend gemacht – die F.A.S. als Propagandablatt

Am 12. Februar 2012 hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung einen mit einem riesigen roten Punkt versehenen Artikel gebracht: 90% Fehldiagnosen bei ei-ner verbreiteten psychischen Störung – diese Zahl ist so unglaublich dass sie nachgeprüft werden musste. Wenn das stimmt – das würde jedes Vertrauen in das Gesundheitssystem erschüttern.

Zuerst haben wir Prof. Dr. Ulrike Lehmkuhl mit dieser Zahl konfrontiert und nachgefragt ob das wirklich stimmt. Frau Dr. Lehmkuhl stellt richtig: „Ich habe mich gegenüber den Autorinnen nicht zu den endgültigen Diagnosen, sondern zu den Verdachtsdiagnosen geäußert“. Sie hat also die Kinder gemeint, die verantwortungsbewusste Ärzte in ihr Institut schicken, um einen Verdacht zu überprüfen. Und von denen haben viele kein ADHS sondern andere Probleme. Beruhigend, aber wie passt das zum übrigen Artikel?

Einen Absatz vorher wurde ja ein Kinderarzt zitiert, bei dem 100% der Verdachtsdiagnosen bestätigt würden. Wie das?

„Ich führe selbst keine ADHS-Diagnostik durch“ erklärt der dort zitierte Dr. Ulrich Fegeler aus Spandau auf Nachfrage, „aber ich schicke Kinder, bei denen ich den Verdacht auf ADHS habe, zur gründlichen Diagnostik in die Spezialambulanz“. Auf seine Trefferquote von über 90% ist er stolz, zeugt sie doch von seiner Erfahrung, aber alle, wie behauptet? „Das ist kompletter Unsinn“.

Die Frage, ob man Kinder mit Methylphenidat behandeln soll, sieht er differenziert. So gebe es sicher einzelne ADHS-Kinder, die nicht von vorneherein mit MPH (= Abkürzung für Methylphendiat = Wirkstoff in Ritalin, Medikinet, etc.) behandelt werden müssen. „Wenn sich aber diese Kinder durch ihre Unruhe und Störverhalten selbst im Wege stehen, sie keine Freunde finden, sozial isoliert sind oder nur als Klassenclown herhalten, nicht aber als Klassenmitglied ernst genommen werden oder vor lauter Abgelenktheit nicht mehr inhaltlich den Unterricht verfolgen können, halte ich Präparate wie Ritalin absolut für notwendig“ macht er klar.

Dr. Fegeler verweist an Dr. Klaus Skrodzki in Forchheim, einen ausgewiesenen ADHS-Experten. Er erklärt, wie häufig ADHS wirklich ist: ADHS betrifft immer etwas weniger als 5% der Kinder, und zwar unabhängig von Herkunft, in allen Ländern der Welt, in allen Kulturen und es ist sicherlich keine erfundenen Krankheit oder durch Umwelt oder Erziehung ausgelöst – es gibt höchstens eine Verstärkung der Symptome durch ungünstige Lebensumstände.

Die Erklärung für den Anstieg der Methylphenidatmengen in den vergangenen 19 Jahren sei banal. Man weiß einfach mehr über ADHS und die Wirkung der Medikamente – es ist eher die verbesserte Versorgung und Diagnostik als unsachgemäße Verschreibungspraxis. Denn, wenn jeder 20. ADHS-Anlagen trägt, sind das im Alter zwischen 6 und 18 Jahren gut 500.000 Betroffene in Deutschland. Wenn man diese Kinder mit durchschnittlich 20mg Methylphenidat pro Tag behandelt, dann ergibt sich ein Bedarf von über 3,5 Tonnen des Wirkstoffs: Die Zahl von 1,8 Tonnen erscheint plötzlich nicht mehr skandalös und dem großen roten Punkt geht die Luft aus. Allerdings braucht nicht jedes Kind mit ADHS tatsächlich Methylphenidat und auch nur selten die ganze Schulzeit hindurch. Die Menge, die bei optimaler Versorgung abgesetzt wird, wird wohl zwischen den beiden Zahlen liegen.

Merkwürdig, dass die F.A.S. so leicht recherchierbare Fakten und Zahlen in einem großen Artikel nicht berücksichtigt hat.

Vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass die Autorinnen hier wichtige Themen falsch angepackt haben. Es herrscht nämlich ein allgemeines Unbehagen über den – realen oder gefühlten – Druck, immer genau irgendeiner Norm entsprechen zu müssen und es gibt ein verbreitetes Vorurteil gegenüber Eltern, die angeblich ihre Kinder als Projekt und nicht als Menschen betrachten. Beides wären tatsächlich lohnende Felder für eine große Sonntagszeitung.

 


Werbung

Bücher

Bücher bei Amazon

ADHS-Bücher bei amazon.de

 


 

Dafür die Mutter eines betroffenen Jungen, dem Methylphenidat augenscheinlich gut hilft, als unsympathische Powerpointfrau im Tweedkostüm zu zeichnen, ist ausgesprochen unfair. Es macht Familien, die Kindern mit einer wesentlichen Störung ein vernünftiges und ihren Begabungen entsprechende Leben ermöglichen wollen, das Leben schwer. Perfide ist es, dass diese Familien einerseits begründen müssen, warum sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn doch sogar in der Zeitung steht, es genüge, die unerzogenen Kinder mal in den Garten zu lassen und andererseits Versicherungen Menschen, die an einer angeblich erfundenen Krankheit leiden, zunehmend von Leistungen ausschließen.

 

Hinweis: ADHS-Zentrum ist nicht der Verfasser. Der Artikel wurde jedoch inhaltlich übrprüft, für gut befunden und online gestellt. Bei Bedarf kann Kontakt zum Verfasser hergestellt werden.

   
 Anzeigen

Erfolgreich lernen mit ADHS

Der praktische Ratgeber für Eltern

amazon.de

 


ADS - Eltern als Coach

Praktisches Workbook für Eltern

amazon.de

 


Komm, das schaffst Du!

Aufmerksamkeitsprobleme und ADHS: Ergotherpeutische Alltagshilfen für mehr Konzentration, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen

amazon.de

 


Wackelpeter und Trotzkopf

Hilfen für Eltern bei ADHS-Symptomen, hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten

amazon.de

 


ADS - So stärken Sie Ihr Kind

Was Eltern wissen müssen und wie sie helfen können

amazon.de

 


ADS

Topfit beim Lernen

amazon.de

 


Lass mich, doch verlass mich nicht

ADHS und Partnerschaft

amazon.de

 


Handbuch für Erwachsene

Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS

amazon.de

 


Impressum  |   Datenschutz  |   Beschwerdestelle  
negteit.de