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ADHS bei Kindern

Internat / Heim für ADHS-Kinder

Die meisten Menschen kommen mit ADHS-Kindern nicht zurecht, primär deshalb, weil sie den ADHS-Patienten nicht verstehen, oder ihn nicht verstehen wollen. Aus diesem Grund entscheiden sich Eltern manchmal dazu, Ihr Kind in einem Internat oder Heim unterzubringen. Das bedeutet nicht, das diese Eltern nicht mit Ihrem Kind zurechtkommen, sondern das ist ein Beweis dafür, dass unsere tolerante Gesellschaft nicht fähig ist, andersartige Menschen zu akzeptieren und entsprechend zu fördern.

Eltern, welche sich zu diesem Schritt entschlossen haben, machen sich die Entscheidung alles andere als leicht. Es ist die vielleicht schwerste und auch die wichtigste Entscheidung ihres Lebens. Niemand trifft eine solche Entscheidung leichtfertig oder unüberlegt. Und niemand fällt diese Entscheidung von "jetzt auf sofort". Dafür ist die Angelegenheit viel zu wichtig.

Für das ADHS-Kind hat eine solche Entscheidung weitreichende Folgen. Es wird aus seinem Alltag herausgerissen. Es ist für jedes Kind ein einschneidendes Erlebnis, wenn es aus seinem gewohnten Umfeld, das meist unter starken Spannungen leidet, herausgenommen und "verpflanzt" wird. Nicht alle Kinder kommen damit gut zurecht.

Hat man sich dann als Eltern dazu durchgekämpft, sein Kind in ein Heim oder in ein Internat zu geben, so ist es dringend zu berücksichtigen, dass das Kind nicht plätzlich vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Am besten ist es, das Kind auf das Ereignis in der nahen Zukunft heran zu führen. Denn nur so kann das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind gehalten - und vielleicht sogar verbessert - werden. Je früher das Kind in die Sache mit einbezogen wird, desto besser ist es für die ganze Familie.

Auf diesem Weg ist es zwingend erforderlich, dem Kind die elterlichen Gründe für diese Entscheidung mitzuteilen, und ggf. mit dem Kind darüber zu diskutieren. Ein solches Gespräch kann auch dazu führen, das sich grundlegende Änderungen beim Kind durchsetzen, die letztlich eine Heimunterbringung überflüssig machen. Das Gespräch kann auch auf mehrere "Termine" verteilt werden. Schließlich ist dies für das Kind erst mal wie ein "Schlag ins Gesicht". Ein Ruhiges und gemäßigtes Vorgehen ist den Eltern dringend anzuraten - und dabei trotzdem Kurs haltend auf das Ziel zusteuern.

Es ist an diesem Punkt weder für die Eltern, noch für die Kinder leicht. Und oft fließen Tränen. Mal aus Frust, mal aus Angst, mal aus der Hilflosigkeit heraus. Sowas gehört (leider) dazu und ist praktisch unvermeidbar.

Kommt man schließlich an den Punkt, an dem es ernst wird, ist es zweckmäßig dem Kind eine Eingewöhnungsphase einzuräumen. Beispielsweise kann eine Probewoche im Heim / im Internat vereinbart werden. Oftmals geben die Internate bereits von sich aus solche "Schnupperwochen". Und solche Angebote sollten unbedingt genutzt werden.

Um es dem Kind so einfach wie möglich zu machen, können Eltern je nach Einrichtung die dortigen Sozialpädagogen und Erzieher über die Verhaltensweisen ihres Kindes aufklären. Desweiteren sind andere Sachen ebenfalls wichtig, obwohl sie auf den ersten Blick unwichtig erscheinen. Dazu gehören z.B. Schlaf- und Arbeitsgewohnheiten (z.B. Hausaufgaben; Lernen), Lieblingsspeisen, Hobbys des Kindes und so weiter. Solche Details sind für das Kind selbst sehr wichtig, und müssen unbedingt beim Personal angesprochen werden. Denn solche Details können berücksichtigt werden, und so wird es für das Kind leichter, sich vom Elternhaus zu trennen.

Ein Heim oder Internat muss dabei nicht zwingend ADHS-Experten beschäftigen. Es reicht im Grunde aus, wenn sie einige Eckpunkte ihrer täglichen Arbeit leicht abändern. Eltern müssen berücksichtigen, dass die Betreuer keine Berufsanfänger sind. Und schließlich haben sie sich als Eltern für ein Heim oder Internat entschieden, weil sie es alleine nicht mehr schaffen. Und unter diesen Umständen sind Eltern gut beraten, wenn sie den Erziehern, Sozialpädagogen (etc.) besser keine Vorschriften machen. Und ADHS ist heute den meisten bereits ein bekannter Begriff. Nachhilfe von den Eltern ist hier fehl am Platz.


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Insgesamt ist es sehr wichtig, das die Eltern und die pädagogischen Fachkräfte des Internats oder Heims sich miteinander austauschen. Gewöhnlich gibt es neben "Elternabende" auch richtige Gesprächstermine mit einem vor Ort zuständigen Sozialpädagogen oder Kinderpsychologen. Solche Termine sollten die Eltern unbedingt wahrnehmen - schon im eigenen Interesse!

Bei der Auswahl des richtigen Internats oder Kinderheims sind die örtlichen Jugendämter gern behilflich. Natürlich können die Eltern Wünsche äußern, aber ob diese immer erfüllt werden können ist fraglich. Auch die Frage der Finanzierung wird mit dem Jugendamt vor Beginn abgeklärt.

 

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