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Grundinformationen zu ADHS

Warum steigt die Zahl der Verschreibungen von Methylphenidat bei ADHS explosionsartig

Bildquelle: Bundesopiumstelle

Dies ist eine der Fragen, welche nur schwer beantwortet werden kann. Und dennoch, eine Antwort gibt es. Doch ist es so, das man sehr genau hinsehen muss, wer eine realistische Antwort haben möchte.

 

Mehr Verschreibungen durch höhere Geburtenrate?

Im Jahr 1990 gab es ca. 880.000 Geburten in Deutschland. Seitdem nimmt die Geburtenrate stetig ab. Im Jahre 2000 waren es nur noch rund 750.000 Geburten und 2004 weniger als 700.000 Geburten in Deutschland.

Fazit: Trotz sinkender Geburtenrate steigt die Verschreibung von Methylphendiat unaufhaltsam an!

Quelle: BKK-Bundesverband

 

Maßnahmen der Jugendhilfe durch Jugendamt zu wenig?

Erzieherische Hilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB 8)

Im Jahr 2001 hatten wir in Deutschland ca. 23Mio. junge Menschen.

  • 11,7Mio. Kinder (0-13Jahre)
  • 3,7Mio. Jugendliche (14-17Jahre)
  • 8,4Mio junge Volljährige (18-27Jahre)

Junge Menschen mit Hilfen zur Erziehung

je 10 000 der jeweiligen Bevölkerungsgruppe

 

Vergleich Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre):

  • 1991 = 206
  • 2001 = 339

 

Vergleich junge Volljährige (18 - unter 27 Jahre):

  • 1991 = 42
  • 2001 = 73

Fazit: Ein Jahresvergleich zwischen 1991 und 2001 zeigt einen Anstieg zwischen 34% und 50% bei der Durchführung von Hilfemaßnahmen seitens der Kinder-und Jugendhilfe - bei sinkender Geburtenrate. Es werden also insgesamt mehr Hilfeleistungen erbracht, als man es aus dem Geburtenrückgang hätte schließen können.

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Lehrermangel in Deutschland?

No Teacher = No Future - aber haben wir wirklich einen Lehrermangel?

2001 lag das Durchschnittsalter der Lehrer an allgemeinbildenden Schulen und beruflichen Schulen bei etwa 47 Jahren. Die meisten älteren (ab etwa 40Jahren) noch tätigen Lehrkräfte leiden an psychischen und psychosomatischen Beschwerden. Die Qualität des Unterrichtes leidet massiv darunter. Durchschnittlich werden 54% der älteren Lehrer vorzeitig pensioniert.

Die Anzahl der Schulstunden (Stunden der Schüler) ist unterschiedlich und bewegt sich je nach Bundesland zwischen 24 und 32 Stunden. (Eine Stunde = 45 Minuten)

Die Pflichtstunden für Lehrer liegen ebenfalls je nach Bundesland unterschiedlich, bei 24 bis 28 Stunden pro Woche. (1 Stunde = 60 Minuten)

Die Recherchearbeiten haben ergeben, das im Jahr 1998 rund 780.000 Vollzeitlehrer und zusätzlich rund 80.000 Teilzeitlehrer in Deutschland beschäftigt waren. Im Jahr 2001 waren noch Vollzeitäquivalent rund 612.000 Lehrer besch�ftigt.

Fazit: Der "reale Lehrermangel" bezieht sich also nicht auf die Gesamtsituation, sondern um einzelne Fachbereiche. Im Verhältnis zur Geburtenrate sind es sogar noch mehr Lehrer geworden. Eine Verschreibung durch eine schlechtere Beschulung kann im Grunde ausgeschlossen werden.

 

Mangel an Therapieplätzen?

Immer weniger Kinder werden in Deutschland geboren, aber immer mehr brauchen therapeutische Hilfen - unabhängig davon ob ADHS oder nicht ADHS. Konkrete Zahlen gibt es leider nicht. Alle Krankassen erkl�ren massiv gestiegene Ausgaben, aber niemand nennt Summen. Fakt ist aber erst mal, das die Wartezeiten auf Therapieplätze einige Monate betragen.

 

Gesamtfazit:

Arbeitslos = ADHS?

Bei der Arbeitslosenquote muss unbedingt ber�cksichtigt werden, dass aufgrund der Arbeitsmarktreformen die Statistiken gefälscht sind. Denn wer kein ALG mehr bekommt, fällt aus der Statistik heraus - die Zahl wird auf mehrere Millionen geschätzt! Statistisch betrachtet ist es so: Mehr Arbeitslose = mehr Methylphenidat. Gefestigt wird dies dadurch, das immer mehr Erwachsene diagnostiziert werden und medikamentös behandelt werden. Die Auswirkungen auf die Gesundheit - insbesondere bezogen auf die psychische Gesundheit - können extrem negativ sein. Es könnte wie ein ADHS aussehen, obwohl es etwas ganz anderes ist: Die Arbeitslosigkeit. Dass die Arbeitslosigkeit krank macht (psychisch) ist bereits in mehreren Studien nachgewiesen worden.

 

Immer weniger Zeit für immer mehr Patienten!

Eine gute Diagnose ist für eine gute Behandlung zwingend erforderlich. Die Diagnoserichtlinien werden aber oftmals nicht beachtet. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Warum ist das so? Nun, die Antwort lautet "Kosten müssen eingespart werden". Was an der einen Stelle eingespart wird, wird an anderer Stelle dafür zweimal ausgegeben. Der Spareffekt ist also gleich -1! Die Folge sind steigende Kosten im Gesundheitssektor, welche weitere Sparmaßnahmen zur Folge haben. Eine gefährliche negativ-Spirale dreht sich bereits spürbar.

 

Schulabgänger ohne Schulabschluss

Im Jahr 2000 war jeder zehnte Schulabgänger ohne Schulabschluss. Sprich 87.000 von 938.000 haben keinen Schulabschluss. Im Vorjahr 1999 waren es etwa 83.000 Schulabgänger, die keinen Abschluss haben. 2001 verlie�en 85.000 Schüler die Schule ohne Abschluss.

 

Lieber viel Schreibkram als Pädagogik?

Der Verwaltungsaufwand steigt Jahr für Jahr - bei sinkender Schülerzahl übrigens! Der Akte eines Schülers wird heute mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Schüler selbst. Berichte, Stellungnahmen, Konzepte, usw. stehlen den Lehrkräften und Pädagogen die Zeit um mit den Kindern zu arbeiten.

 

Die neue moderne Pädagogik ist falsch!

Die moderne Pädagogik soll den Kindern und Jugendlichen mehr "Entfaltungsfreiheit" ermöglichen. Schulstoff vermitteln besteht heute nur noch aus sinnlosen Themenfetzen, Lehrerfrust und Bildungswahnsinn a la "selbstständig lernen".

Besonders das letztere setzt sich immer mehr durch. Die Folgen sind klar: Es werden weder soziale noch fachliche Kompetenzen vermittelt. Fehlverhalten wird bewusst "übersehen" oder einfach toleriert. Jeder soll das lernen was er will und wann er will. Und wenn er nicht will, dann lernt er eben nicht.

 

Medikamente anstatt Erziehung

Selbst Pädagogen sind sich einig: Schnell Medikamente geben, bevor man erzieherische Maßnahmen ergreift. Die Mehrheit der Pädagogen treiben Eltern dazu, ihren Kindern Medikamente zu geben - aus Faulheit Seitens der Pädagogen.

 

Klare Strukturen

In den meisten Familien und Schulen / Kindergärten (etc.) bestehen keine klaren Strukturen und Regeln fehlen oftmals ganz. Die Kinder sollen sich die Regeln selber machen. Aber wie soll sich jemand eine Regel machen, wenn er nie gelernt hat, was eine Regel ist und welchen Sinn diese hat?

Was wir brauchen sind engagierte Eltern, engagierte Pädagogen (inkl. Lehrer) und wachsame gemeinsame Augen, welche auf die Normen und Werte achten und diese auch vermitteln können. Wir brauchen fähige Ärzte und Therapeuten (die ausreichend Zeit und Mittel bekommen), welche "ADHS" und "Gesellschaftsprobleme" auseinanderhalten und sichere Diagnosen stellen können.

 

Die Folge würde sein:

  • Deutlich weniger ADHS-Diagnosen (insbesondere die falsch diagnostizierten Patienten fallen weg)
  • Sprunghafter Rückgang der Verschreibungen des Wirkstoffs Methylphenidat
  • Respektvollerer gegenseitiger Umgang der Kinder und Jugendlichen (Stichwort Benimmregeln)

 

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