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Grundinformationen zu ADHS

Wenn ein digitales Medium zum Zufluchtsort bei ADHS wird

Patienten, welche vom ADHS betroffen sind, flüchten oft vor der realen Welt in die virtuelle Welt. Dabei vernachlässigen sie auf dramatische Weise das reale Leben.

Durch die ständige Ausgrenzung und Ablehnungen durch das reale "soziale Umfeld" sucht sich der ADHS-Patient eine gesellschaftliche Alternative.

Die Alternativen wachsen mit der Technik zu einem Berg von Fluchtmöglichkeiten. Gab es früher nur Computerspiele, Chatrooms und Foren, so ist die Palette heute um ein grosses Maß vielfältiger geworden.

Das sog. Web 2.0 bietet heute ein onlinebasiertes Leben. Realistisch betrachtet muss heute niemand mehr vor die Tür gehen. Einkaufen? Unterhalten? Freunde finden? Sich verlieben? Sex? Alles online möglich.

Misserfolge lassen sich schnell vergessen und belasten weniger den Patienten. Damit wird dem Menschen jedoch auch die Möglichkeit genommen, zu lernen wie man mit Misserfolgen umgeht, bzw. umgehen kann.

Besonders beliebt sind Online-Communities und Multiplayer Online-Games. Sie bieten dem User viele Möglichkeiten um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Sogar gemeinsame Ziele lassen sich in den virtuellen Welten meistern.

ADHS-Patienten - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - sind besonders gefährdet in dem Reich der virtuellen Welt verloren zu gehen. Zuerst ist es die Flucht vor der realen Welt, in der sie stets auf Ablehnung und Ausgrenzung treffen. Später kann das Verhalten am PC zu einer Sucht ausarten.

 

Mit der Zeit entsteht ein Teufelskreis. Eltern und Verwandte merken es zuerst.

  • Der Patient wird in der realen Welt abgelehnt und ausgegrenzt
  • Folge: Der Patient lehnt bald selbst alles ab und meidet realen Kontakte.
  • Folge: Verwandte und Freunde wenden sich weiter ab.
  • Folge: Der Patient erlebt weitere Ausgrenzung
  • Folge: Realitätsflucht in die virtuelle Welt wird verstärkt
  • Folge: Erfolge und soziale Einbindung in der virtuellen Welt treiben zu weiteren Erfolgen an
  • Folge: Mehr Ausgrenzung aus der realen Welt, weil niemand mehr einen Streit provozieren möchte
  • Folge: Der Patient verbleibt in seiner eigenen virtuellen Welt und hat immer größere Angst vor der realen Welt
  • Folge: ...

Durchbrochen werden kann dieser Teufelskreis durch viel Einsatz und Engagement des sozialen Umfeldes - des realen Umfeldes. Der Patient muss stärker in das reale Leben eingebunden werden. Jede Woche ein bisschen mehr Realität.

Bei Kindern und Jugendlichen wird empfohlen, das Konsumverhalten im Auge zu behalten um rechtzeitig reagieren zu können und eine Realitätsflucht zu verhindern.

 

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