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Grundinformationen zu ADHS

AD(H)S und Asperger-Syndrom

Stärungen mit ähnlicher Symptomatik / Mehrfachdiagnosen

...oder: ein AS kommt selten allein...

Das Asperger-Syndrom ist eine Symptom-Diagnose. Es gibt keine Bluttests, Gehirnscans oder andere Methoden mit denen man eindeutig feststellen kann, ob jemand von Asperger-Syndrom betroffen ist, oder nicht. Gerade dies kann die Diagnosestellung ziemlich erschweren. Die übergänge zur sogenannten "Normalität", ebenso wie die übergänge zu anderen Störungen gestalten sich fließend. Daher sollte man sich, bevor man eine AS-Diagnose anstrebt, zunächst erst einmal auch über Störungen informieren, die unter Umständen ein ähnliches Krankheitsbild aufweisen können (z.B. ADD, Zwangserkrankungen, Sozialphobie etc.).Vor einer vorschnellen Selbstdiagnose ist aus eben diesem Grund zu warnen. Lassen Sie unbedingt von einem Spezialisten abklären (z.B. in einer Ambulanz der "Hilfe für das autistische Kind"), ob wirklich ein Asperger-Syndrom vorliegt. Allerdings kommt es aber auch oft vor, dass AS-Betroffene neben dem Asperger-Syndrom auch tatsächlich an eben diesen -und einigen weiteren- Störungen leiden.

Störungen, die häufig mit einem Asperger-Syndrom gemeinsam auftreten sind ADD, Zwänge, Ängste, Phobien und das Tourette-Syndrom. Sekundär dazu können Betroffene auch Depressionen und andere Störungen haben. Es gibt allerdings auch viele Betroffene, die an gar keiner weiteren Störung leiden.

Natürlich kann man sich über den Nutzen von Mehrfachdiagnosen streiten. Wer möchte schon als Sammelsurium von medizinischen Fachbegriffen durch die Welt laufen? Jedoch kann eine weitere Diagnose durchaus hilfreich und nützlich sein, um angemessene Hilfe zu bekommen.

Genauso wie mit dem Asperger-Syndrom ist es wichtig, auch ADHS unbedingt von einem Fachmann abklären zu lassen, wenn man das Gefühl hat, dass es auf einen selbst zutreffen könnte. Viele dieser Symptome können nämlich auch aus verschiedensten Gründen bei "Gesunden" auftreten. Wenn tatsächlich eine ADHS vorliegt, kann diese häufig erfolgreich medikamentös und therapeutisch behandelt werden. Trotzdem darf man aber auch dann nicht annehmen, von einen Tag auf den anderen "geheilt" zu sein. Gewisse Züge des ADHS wird man immer behalten.

 

AD(H)S (Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Syndrom) wird oft auch als ADD (engl. attention-deficit-disorder/ dt. Aufmerksamkeits-Defizit-Disposition) bezeichnet. AD(H)S kann in Verbindung mit Hyperaktivität auftreten (daher das H in Klammern) oder nicht. Es gibt auch noch die Form des ADHS, die sozusagen das Gegenteil des hyperaktiven Kindes darstellt, die Hypoaktivität. Diese findet sich vergleichsweise oft bei Mädchen und Frauen. Betroffene sind zwar ADHS-typisch ablenkbar, aber ihre ADHS äußert sich nicht in übermäßiger Zappeligkeit, sondern vor allem in Tagträumerei, "Schusseligkeit", Vergesslichkeit etc. Auch sie bleiben häufig hinter ihren eigentlichen Fähigkeiten zurück, weil es ihnen so schwer fällt zu lernen oder Dinge anzufangen und bei der Sache zu bleiben. Oft sind solche Menschen sozial sehr zurückgezogen und sehr still. Anders als Hyperaktive fallen sie z.B.in der Schulzeit kaum auf, da sie ja nie stören - und werden daher eher selten diagnostiziert, obwohl sie lebenslang und ihren Problemen leiden, deren Ursache sie einfach nicht finden. Gerade die Form des "hypoaktiven" ADD kann unter Umständen dem Asperger-Syndrom sehr ähnlich sehen.

Auf der anderen Seite haben sehr viele AS-Betroffene (aus eigener Erfahrung kann ich sagen, fast alle AS-Betroffenen, die ich kennengelernt habe) eine Reihe von Symptomen, die nicht im DSM IV erfasst werden und stark an ADD erinnern. Dabei handelt es sich im Einzelnen oft um Symptome wie:

  • Probleme, sich über längere Zeit auf einen Text konzentrieren zu können (daraus resultierend Probleme mit ausdauerndem Lesen), allgemeine Konzentrationsprobleme
  • Probleme, Dinge anzufangen, aber auch "Feststecken" in Handlungen
  • Bei manchen Betroffenen hyperaktive Tendenzen (Zappeligkeit)

Ob diese Betroffenen tatsächlich zusätzlich zu ihrem Asperger-Syndrom an ADD leiden ist aber dennoch nicht sicher. Es ist möglich, dass ihr ADHS quasi von ihrem Asperger-Syndrom "verdeckt" wird, sodass nur wenige Symptome offensichtlich sind - dies kann aber nur von einem Fachmann festgestellt werden. Ist dem der Fall kann eine Behandlung das Leben des Betroffenen deutlich erleichtern.

Andererseits kann man sich auch fragen, ob diese Symptomatik nicht auch etwas mit den sensorischen Wahrnehmungsschwierigkeiten zu tun hat, an denen viele Betroffene stark leiden, und damit nur eine Art "Pseudo-ADD" darstellt, die ihrerseits ebenfalls dem ADHS mit Hypoaktivität stark ähneln kann.* Dies würde bedeuten, dass der Betroffene Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme hat, weil die Kompensation der gestörten Wahrnehmung einen so großen Teil der zur Verfügung stehenden Ressourcen "frisst", dass für das, was getan werden muss kaum noch Energie übrigbleibt.Ob in dem Fall eine echte ADD-Diagnose sinnvoll ist, muss hinterfragt werden - oder ob dann nicht andere Wege, den Betroffenen zu helfen gegangen werden sollten, z.B. aber sensorische Integration, Irlen-Brillen, Hörtraining etc. Ich neige inzwischen dazu, dieser Überlegung zuzustimmen, obwohl ich eine "offizielle" ADHS-Diagnose habe. Überhaupt hätte ich Probleme, zu sagen, "wo mein ASperger Syndrom aufhört und wo mein ADD anfängt" - viel zu eng ist dies alles miteinander verwoben.

Trotzdem muss ich hinzufügen, dass tatsächlich auch ADHS-Medikation hilfreich sein kann (z.B. habe ich den Eindruck, dass sie bei mir den Stresslevel gewaltig senkt, und auch die Verarbeitung von Sinneseindrücken um einiges erleichtert). Tatsächlich reagiere ich auf ADD-Medikamente nach außen hin ähnlich wie ADD-Betroffene: Ich kann mich besser konzentrieren, ausdauernder arbeiten, endlich besser lesen, bin ruhiger und ausgeglichener usw. Daher sollte man sich dagegen nicht grundsätzlich gegen eine zusätzliche Diagnose von ADD sperren (mit der alleinigen Diagnose AS wird kaum ein Arzt ADD-Medikamente verschreiben).


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Wenn man nun die Argumentation umkehrt, könnte man sich fragen, ob Menschen mit "hypoaktivem" ADD nicht vielmehr an einer leichten Form von AS leiden usw. Allerdings dreht sich diese Argumentation damit im Kreis. Vielleicht ist hier auch ein Umdenken seitens der Professionellen und daraus folgend eine Überarbeitung der Diagnosekriterien gefragt. Dies ist allerdings meine subjektive Sicht der Dinge, und keineswegs wissenschaftlich gefestigt. Möglicherweise werden mir sogar viele Leute wiedersprechen (denn mir ist klar, dass AS und ADD bis heute von der Forschung als zwei neurologisch grundsätzlich verschiedene Störungen betrachtet werden).

*Danke für diese Überlegung an Frau E. Wepil (Ambulanz Mülheim), die ADHS-Züge an den meisten ihrer Klienten mit Asperger-Syndrom beobachtet hat!

Quelle: http://www.asperger-online.de

 

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